UNESCO-Welterbestätten in Deutschland
Ein starkes Stück Kultur
Die Chinesische Mauer ist eine Welterbestätte, ebenso wie die Pyramiden von Giseh und die Akropolis in Athen. Um einen Teil des UNESCO-Welterbes der Menschheit zu erleben, muss man aber keine Weltreise machen. Man kann zum Beispiel den Kölner Dom, die Burgen des Mittelrheintals oder das Wattenmeer besuchen. Für jeden etwas dabei: Deutschland ist die Heimat von derzeit 54
Welterbestätten, von Naturphänomenen über Architektur und Kunst bis hin zu Industriedenkmälern. Die meisten von ihnen liegen in der Nähe von Jugendherbergen. Die bieten euch eine ideale Basis für Ausflüge und häufig auch Programme, um die umliegenden Welterbestätten zu erkunden. In aller Kürze: ein paar Höhepunkte, von Nord nach Süd.
Frühstücken mit Blick aufs Welterbe
Die JUGENDHERBERGE TÖNNING in Schleswig-Holstein ist ein idealer Standort, um das Weltnaturerbe Wattenmeer zu erleben. Das Haus hat sich als „Umweltstudienplatz Nordseeküste“ etabliert und bietet den Gästen mehrere Programme an. Highlight: Ein Ausflug ins Watt, bei dem ihr ausgerüstet mit Kescher und Eimer in Begleitung der hauseigenen Umweltpädagogin auf die Suche nach Wattwürmern geht.
Eher Lust auf Großstadt? Dann ab nach Hamburg, wo die JUGENDHERBERGE HAMBURG „AUF DEM STINTFANG“ einen einmaligen Panoramablick über den Hafen bietet. Die Welterbestätte „Speicherstadt“ ist nur einen kleinen Spaziergang an der Hafenpromenade entlang entfernt.
Hier lernt ihr nicht nur viel über die Geschichte des Hafens, sondern könnt auch viele Museen, die Elbphilharmonie und großartige Fotomotive entdecken.
Weiter geht’s Richtung Osten. In Lutherstadt Wittenberg nahm die Reformation ihren Ausgang. Vor mehr als 500 Jahren nagelte Martin Luther angeblich seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche. Übernachten könnt ihr sogar in einem Teil des historischen Komplexes: in der JUGENDHERBERGE WITTENBERG. Empfehlenswert für Welterbe-Fans: Das „Luthers Welterbe: 500 Jahre Reformation – 100 Jahre Bauhaus“ verbindet gleich mehrere von der UNESCO ausgewiesene Stätten. Inbegriffen ist die „WelterbeCard“.
Zu Fuß zum jüdisch-mittelalterlichen Erbe Erfurts
Im thüringischen Erfurt würdigte die UNESCO 2023 das „Jüdisch-Mittelalterliche Erbe“. Die „Alte Synagoge“ gilt als eine der ältesten erhaltenen in Europa – ihre Geschichte lässt sich bis ins späte 11. Jahrhundert zurückverfolgen. Außerdem gehört noch die „Mikwe“ und das „Steinerne Haus“ dazu. Die JUGENDHERBERGE ERFURT - HOCHHEIMER STRAßE liegt fußläufig zur Altstadt, sodass sowohl das Welterbe als auch die anderen Sehenswürdigkeiten der Thüringer Landeshauptstadt für Besucher*innen bequem zu erreichen sind.
Weitere Welterbestätten befinden sich ganz in der Nähe. Zum einen das „Klassische Weimar“, wo man auf Goethe und Schillers Spuren wandeln kann. Wer sich eher für Design und Architektur begeistert, für den gibt es in Weimar, Dessau und Bernau zahlreiche Bauhaus-Stätten zu entdecken. Volle Auswahl auch bei den Unterkünften. In Weimar warten die JUGENDHERBERGE „MAXIM GORKI“ und „AM ETTERSBERG“auf Gäste. Diese bieten Programme für Schulklassen an, um die Welterbethemen zu durchdringen.
Auch das Ruhrgebiet bewahrt Welterbe
Tief im Westen lockt der sogenannte Eiffelturm des Ruhrgebiets, die „Zeche Zollverein“. Das ehemalige Steinkohlebergwerk in Essen ist heute Industriedenkmal und Kulturzentrum. Neben der Geschichte der Region könnt ihr in der „schönsten Zeche der Welt“ auch Konzerte erleben und sogar schwimmen gehen. Die JUGENDHERBERGE ESSEN ist euer perfekter Ausgangspunkt.
Eine herausragende Tugend der Menschheit: Geduld. Ein imposantes Denkmal davon ist der Kölner Dom. Mehr als 600 Jahre wurde daran gebaut. Das Meisterwerk gotischer Architektur ist nur einen kleinen Spaziergang über die Rheinbrücke von der JUGENDHERBERGE KÖLN-DEUTZ entfernt.
Entlang des 67 Kilometer langen Welterbes Mittelrheintal geht es weiter Richtung Süden. In Rüdesheim, Bingen, Bacharach, Kaub, Oberwesel, St. Goar und Koblenz könnt ihr Erkundungstouren mit Schiff, Sesselbahn oder zu Fuß mit GPS-Geräten starten. Ihr unternehmt eine Zeitreise in die Geschichte und geratet in den „Bannkreis der Loreley“.
Romantische Burgen im Mittelrheintal
So romantisch wie die Umgebung ist auch der Aufenthalt in den sieben Jugendherbergen entlang der Strecke. So wurden das einstige Zollgebäude zur JUGENDHERBERGE KAUB umgebaut. Burg Stahleck aus dem 12. Jahrhundert fungiert heute als JUGENDHERBERGE BACHARACH. Und Teile der Festung Ehrenbreitstein fungieren als JUGENDHERBERGE KOBLENZ. Allen gemein ist: In die alten Gemäuer ist moderner Komfort eingezogen. Die Altstadt von Bamberg zählt mit
über 1000 unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden in Gänze zum Welterbe. Wie das antike Rom wurde die Stadt in Franken auf sieben Hügeln gebaut. Nicht nur das, sie gilt auch als eine der schönsten Städte Deutschlands, die ihr von der JUGENDHERBERGE BAMBERG „AM KAULBERG“ aus bequem erkundet. Zudem beherbergt das Zentrum Welterbe Bamberg eine sehenswerte, interaktive Ausstellung, um die Idee der UNESCO-Welterbestätten zu verstehen.
Höhlen und Pfahlbauten: Reisen in die Vergangenheit
Eine Zeitreise in die Steinzeit lässt sich auf der Schwäbischen Alb antreten. Hier entdeckt ihr „Höhlen und Eiszeitkunst“ aus der letzten Kälteperiode vor 43.000 Jahren. Auf einer Wanderung im westlich von Ulm gelegenen Achtal bei Blaubeuren passiert ihr das Geißenklösterle, den Hohlen Fels und die Sirgensteinhöhle. Gar nicht höhlenartig, sondern warm und hell erwartet euch die JUGENDHERBERGE BLAUBEUREN.
Weiter geht’s Richtung Schweizer Grenze. Die Pfahlbauten am Bodensee sind Relikte von Siedlungen aus dem Jungneolithikum, der Bronze- sowie der frühen Eisenzeit. Die JUGENDHERBERGE ÜBERLINGEN hat nicht nur Seeblick, sondern ist auch der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge zum Pfahlbautenmuseum in Unteruhldingen am Bodensee.
Welterbe wird noch besucherfreundlicher
Das war nur eine kleine Auswahl der herausragenden Zeugnisse der Menschheitsgeschichte und der Natur, die in Deutschland das Emblem des UNESCO-Welterbes tragen. Auf der Website des „UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.“ findet ihr Infos zu allen 54 Stätten.
Eine Karte gibt euch einen Überblick. Der Verein hat außerdem Routen ausgearbeitet, um den Besuch mehrerer Orte zu verbinden.
Fotos: Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH/Lüder Lindau (Quedlinburg, Wittenberg) / DZT/Francesco Carovillano (Essen)