Die Saldenburg - ein geschichtlicher Überblick
Die Saldenburg im Jahr 1910 Die Saldenburg im Jahr 1910
Nach dem Tode Tuschls wechselte die Burg ziemlich oft ihre Besitzer. Sie kam an die Landgrafen von Leuchtenberg, an den Ritter von Eck (1389), an den Grafen Heinrich von Ortenburg und an Hans Gewolf von Degenberg, der an der Spitze des Ritterbundes der „Böckler“ stand, die dem Landesherren trotzen wollten.
Herzog Ludwig von Niederbayern ließ schließlich gegen diese Verschwörung im Jahre 1468 zu Felde ziehen. 2000 Bauern, als Soldaten ausgerüstet, belagerten die Saldenburg und griffen sie mit Steinkugelgeschützen an. Degenberger konnte dieser Übermacht nicht standhalten und ergriff die Flucht nach Böhmen. Die Saldenburg fiel an den Herzog. Später kam sie wiederum in den Besitz der Ortenburger und in die Hände des Grafen von Preysing.
Eine zweite Kriegsnot kam auf die Saldenburg im österreichischen Erbfolgekrieg zu, als die Panduren das Gebäude plündern wollten, daran aber von einer bayerischen Freikompanie gehindert wurden. Um die in der Burg verschanzten Ungarn zu vertreiben, wurde Feuer vor dem Burgtor gelegt, worauf der Maierhof ein Raub der Flammen wurde. Den Ungarn gelang die Flucht durch den Garten. Von der Burganlage blieb nur mehr der jetzt bestehende Wohnturm übrig.
Wenn auch der Bayerische Jugendherbergsverband in die Geschichtsschreibung der über 600 Jahre alten Saldenburg erst im Jahre 1928 Eingang gefunden hat, so gilt dieses Datum zweifelsohne als „rettende Stunde“ für die damals dem Verfall preisgegebene Burg. Der „Vater“ des Jugendwanderns in Ostbayern, Otto Wirthensohn sen., schildert die Situation im Jahre 1928 wie folgt: „Im Jahre 1928 trat das Landesamt für Denkmalpflege an den Landesverband ... heran, er möchte doch die bereits dem Verfall preisgegebene Burg in eine Jugendherberge ausbauen. Durch Entgegenkommen der bayerischen Staatsregierung und der Besitzerin der Burg ist es schließlich gelungen, diese alte Ritterburg zur Jugendherberge umzugestalten. Wenn auch der Kaufpreis von 15.000 DM kein allzu großer war, so verschlang doch der Umbau eine Unmenge Geld. Das Dach musste gedeckt, Zimmerdecken mussten gezogen, Sanitäranlagen geschaffen und die Außenwände verputzt werden, damit sie den Unbilden der Witterung besser standhalten können. Damit aber die Jugend nicht bei dämmriger Beleuchtung eines Kienspanes die Abende auf der Burg verbringen muss, wurde auch noch das elektrische Licht eingerichtet“.
Zwölf Monate später, im Jahre 1929, wurde die Jugendherberge eröffnet und zählte pro Jahr bis zu 20.000 Übernachtungen.