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Wenn die Finanzierung
steht, kann es losgehen
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Keine Klassenfahrt ohne Finanzierung!
Keine Klassenfahrt ohne Finanzierung!

Klassenfahrten werden oft bezuschusst

Fragen kostet nichts

Klassenfahrten kosten Geld. Nicht jede Familie kann das aus eigener Tasche bezahlen. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kosten erstattet oder wenigsten Zuschüsse zu bekommen.

Auch bei schmalen Einkommen

 

Für Kinder von Hartz IV-Empfängern übernimmt laut Sozialgesetzbuch II die jeweils zuständige Arbeitsgemeinschaft der Arbeitsagentur und der Kommune (ARGE) die Kosten für mehrtägige Klassenfahrten. Hier heißt es eindeutig in § 23 Absatz 3 Ziffer 3: „Leistungen für ... (3.) mehrtägige Klassenfahrten im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen sind nicht von der Regelleistung umfasst. Sie werden gesondert erbracht." Auch Kinder von Eltern, deren Einkommen über dem Hartz IV-Satz liegen und die die Kosten für eine Klassenfahrt nicht selbst decken können, haben theoretisch Anspruch auf Kostenerstattung. Dazu heißt es im Sozialgesetzbuch wörtlich: „Die Leistungen nach Satz 1 werden auch erbracht, wenn Hilfebedürftige keine Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts einschließlich der angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung benötigen, den Bedarf nach Satz 1 jedoch aus eigenen Kräften und Mitteln nicht voll decken können.“ In der Praxis ist das freilich Ermessenssache der jeweiligen ARGE und ihrer Mitarbeiter. Einen Einblick in die komplizierte Rechtsprechung bietet die Seite www.gegen-hartz.de.

Die Mindestkosten werden übernommen

 

Die Höhe der Kostenerstattung hängt von den Bundesländern ab; sie haben das Recht, die Zahlungen zu begrenzen. In Hamburg beispielsweise gibt es Obergrenzen für Klassen- und Studienfahrten, Projektfahrten, Internationale Schülerbegegnungen, Schulpartnerschaften und Schüleraustausche. Ist eine Klassenfahrt teurer, muss das Jobcenter aber zumindest bis zur Höhe der begrenzten Summe zahlen. Vor einiger Zeit lehnte ein Jobcenter den Antrag einer Familie in Hessen ab: Die Kosten für eine Klassenfahrt sollten anstatt der in diesem Bundesland üblichen maximal 300 Euro pro Person 350 betragen. Das Hessische Landessozialgericht entschied schließlich, dass der Familie die 300 Euro zustehen.

 

Wer Probleme mit den Anträgen zur Finanzierung von Klassenfahrten hat, kann sich von Beratungsstellen, Anwälten und Initiativen zum Arbeitslosen- und Sozialhilferecht beraten lassen. Ein bundesweites Adressverzeichnis findet sich im Internet unter www.tacheles-sozialhilfe.de.

Zuschüsse auch von Landkreisen

 

Auch Landkreise gewähren Zuschüsse für Klassenfahrten. Wer „Klassenfahrten Zuschüsse durch Landkreise“ googelt, erhält seitenweise Treffer. Durch zusätzliche Eingabe des entsprechenden Landkreises lässt sich rasch klären, ob es hier Förderungsmöglichkeiten gibt.

Speziell: Berlin-Fahrten

 

Ohne größere bürokratische Hürden sind Zuschüsse bei Berlin-Fahrten zu bekommen. Denn der Bundesrat gewährt Fahrkosten-Zuschüsse für Schüler- und Jugendgruppen, die den Bundesrat im Rahmen der politischen Bildung besuchen. Allerdings gibt es die Einschränkung, dass sich die Verteilung der Gelder nach festgelegten Länderquoten richtet: Gehen mehr Anmeldungen ein, als dem Bundesland nach der Quote Plätze zustehen, entscheidet das Los. Außerdem müssen die Teilnehmer ein bestimmtes Alter haben, eine Informationsveranstaltung beim Bundesrat besuchen und sich auf mindestens einer weiteren Veranstaltung in Berlin „staatspolitisch“ (z.B. bei einem Besuch des Bundestags, einer Landesvertretung oder eines Ministeriums) informieren. Ein Besuch der Reichstagskuppel – so schreibt es das Reglement vor - wird nicht als staatspolitische Veranstaltung anerkannt. Informationen gibt es beim Bundesrat unter www.bundesrat.de

Speziell: Fahrten zu Gedenkstätten

 

Einige Bundesländer fördern auch Klassenfahrten zu KZ-Gedenkstätten. In Bayern übernimmt das die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit unter www.stmuk.bayern.de. Für Mecklenburg-Vorpommern regelt dies die Richtlinie zur Förderung von Klassenfahrten zu KZ-Gedenkstätten sowie zu Gedenkstätten und -orten für Opfer der jüngeren deutschen Geschichte. Ein Anspruch auf Gewährung einer Zuwendung besteht allerdings nicht, sondern sie wird mit „pflichtgemäßem Ermessen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel“ bewilligt oder abgelehnt.

Rat in Ihrer Nähe

 

Sind die Voraussetzungen für solche öffentlichen Gelder nicht gegeben, gibt es auch Möglichkeiten, sich individuell um Unterstützung zu kümmern. Unter Umständen weiß der örtliche Elternbeirat oder der Schulverein Rat oder verfügt sogar über eigene Zuschussmöglichkeiten oder Zugang zu Geldern. So kann beispielsweise der Förderverein des Ludwig-Erhard-Berufskollegs des Kreises Paderborn zwar nicht die gesamten Kosten einer Klassenfahrt übernehmen. Doch er kann - bei Nachweis der entsprechenden Voraussetzungen - jedem förderungswürdigen Schüler oder jeder förderungswürdigen Schülerin einen Maximalbetrag von 75 € gewähren.

Viele kleine Schritte

 

Leider haben sich die verschiedenen Wohlfahrts- und caritativen Verbände inzwischen aus der finanziellen Unterstützung von Klassenfahrten weitgehend zurückgezogen. Lediglich das Deutsche Rote Kreuz bietet über verschiedene Kreisverbände Zuschüsse zu Klassenfahrten aus seinem Kinderhilfsfonds an – einfach „DRK Kinderhilfsfond“ googeln. Eine telefonische Anfrage reicht meist aus, um grundsätzliche Förderoptionen zu ermitteln; für die Bewilligung sind dann meist schriftliche Anträge und Nachweise erforderlich.


Ein Tipp zum Schluss: Die jeweiligen Zuschüsse, sofern sie nicht von Behörden stammen, sind oftmals nur klein. Aber viele kleine Schritte führen zum Ziel, und auch viele kleine Zuschüsse machen eine Klassenfahrt möglich.

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