Footprints in Silence

Deutsch-Griechische Jugendbegegnung

Aktueller Hinweis (21.07.2021): Leider kann das Programm im Sommer 2021 nichtstattfinden. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen, u.a. der erneuten Deklaration von Griechenland als Corona-Risikogebiet und dem Risiko von Infektionen im Zusammenhang mit einer internationalen (Jugend-)Gruppenreise hat das DJH entschieden, „Footprints in Silence“ auf das kommende Jahr zu verschieben. Wir hoffen auf Euer Verständnis.

Bei Interesse an einer Teilnahme könnt Ihr uns gerne schon jetzt eine E-Mail an international.headquarters@jugendherberge.de schreiben. Wir erstellen einen Verteiler und informieren Euch stets über die aktuellen Planungen und Entwicklungen.

Kurzübersicht

Termine und Orte:Neu: 08. bis 15. August 2021 in Deutschland (Berlin und Ravensbrück)
Ende September/Ende Oktober in Griechenland (Lingiades und Ioannina)
07. August 2021 und einen Tag vor Abflug nach Griechenland: Vorbereitungsseminar in Berlin
Veranstalter:Die Jugendherbergen, Deutsches Jugendherbergswerk, DJH-Hauptverband e.V.
Leonardo-da-Vinci-Weg 1
32760 Detmold
Kosten:Ursprünglicher Gesamtpreis 449,00 €  (aktuell mit 20% Nachlass - nur noch 359,00 €). 
Nach Rücksprache und bei freien Restplätzen: Teilnahme nur am Teil in Deutschland für 79,00 € bzw. Teilnahme nur am Teil in Griechenland für 299,00 € möglich.
Wir bieten Sonderpreise für angemeldete Teilnehmende anderer Jugendbegegnungen, die ausfallen mussten.
Alter:16 - 26 Jahre
Anmeldeschluss:Anmeldeschluss verlängert auf 18. Juli 2021
(bei Teilnahme nur an einem der Teile bitte unbedingt eine E-Mail an international.headquarters@jugendherberge.de schreiben) 

 

Beschreibung

In diesem Jahr bietet das Deutsche Jugendherbergswerk dieses Austauschprogramm gemeinsam mit dem Kulturverein Lingiades an.

In den letzten Jahren nahm das deutsch-griechische Verhältnis in den Medien beider Länder mit teils auch sehr kritischen Beiträgen viel Raum ein. Die gemeinsame Geschichte war oft ein wichtiger Teil dieser Diskussion, vor allem auf griechischer Seite. In Griechenland gibt es über 100 so genannte Opfergemeinden. Orte, die von Gräueltaten der Wehrmacht während der deutschen Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen wurden. Einer davon ist Lingiades, ein idyllisches Bergdorf in der Region Epirus im Nordwesten Griechenlands. Ebenso wie der Holocaust an den griechischen Juden ist das Geschehen in diesen Orten ein in Deutschland kaum bekanntes Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Die Verbrechen der Nazis haben gezeigt, was für verheerende Auswirkungen die Missachtung der Menschenrechte hat.

Mehr als sieben Jahrzehnte nach Kriegsende und bedingt durch den Generationswechsel scheint in Deutschland eine emotionale Distanz zum Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg zu überwiegen. In Griechenland jedoch ist die Vergangenheit in den Opfergemeinden noch sehr präsent. Die gemeinsame Hinwendung zu einer Jugend-Erinnerungskultur mittels kreativer Projektarbeit soll dazu beitragen, diese Lücke zwischen den beiden Ländern zu verringern und einen Beitrag zum innovativen Wandel unserer Gesellschaft zu leisten. „Footprints in Silence" wird das Schweigen, welches das Schicksal der Menschen umhüllt, ersetzen durch ein ausdrucksstarkes, interkulturelles Kunstwerk der jungen Generation.

Als Standorte des Programms sind vorgesehen:

Wir starten die Jugendbegegnung (nach einem eintägigen Vorbereitungsseminar in Berlin) in der Jugendherberge Ravensbrück, die sich unmittelbar an die Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers der Nationalsozialisten anschließt. In dieser als „Internationale Jugendbegegnungsstätte“ profilierten Jugendherberge treffen sich Jugendliche und Erwachsene aus der ganzen Welt, um gemeinsam Geschichte zu verstehen und aufzuarbeiten. In Kooperation mit den Pädagogischen Diensten der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück werden seit dem Jahr 2002 verschiedenste thematische Projekte angeboten.

Hier werden wir uns in griechisch-deutscher Zusammenarbeit mit der Geschichte der Menschen dieses Erinnerungsortes kreativ auseinandersetzen. Wir recherchieren Zusammenhalt, Widerstand und Zivilcourage: eine gemeinsame Spurensuche nach dem Schicksal der in Ravensbrück inhaftierten griechischen Frauen. Deren Alltag unterschied sich bedingt durch Sprach- und Kulturunterschiede erheblich von dem anderer jüdischer KZ-Häftlinge aus Ost-, West- und Mitteleuropa. Wir arbeiten mit neuen Medien und stellen eigene Video- und Tonaufnahmen her. Eine Draisinentour bietet Abwechslung und der letzte Abend in Ravensbrück steht im Zeichen eines gemeinsamen Barbecues.

Berlin ist dann für zwei Tage die zweite gemeinsame Station in Deutschland. Wir erkunden die Stadt während einer kreativen Foto-Safari. Auch in Berlin besuchen wir Gedenkstätten für Opfergruppen des Nationalsozialismus und lernen ein einzigartiges Zeitzeugen-Projekt zur deutschen Besatzung Griechenlands während des Zweiten Weltkriegs kennen. Und wenn man schon mal in der Hauptstadt ist: Eine Führung durch den Deutschen Bundestag ist natürlich auch dabei…

Der zweite Teil des Programms findet im August in Griechenland statt. Nach einem Vorbereitungsseminar und dem gemeinsamen Flug und Busfahrt erreichen die deutschen Teilnehmenden das malerische Dorf Lingiades. Dort, im Nordwesten Griechenlands, umgeben von hohen Bergen und mit beeindruckender Aussicht auf den großen Pamvotida-See und die Stadt Ioannina, wird unsere deutsch-griechische Jugendbegegnung fortgesetzt.

Wir werden gemeinsam die Hintergründe, die Folgen und das Gedenken bezüglich des Massakers der deutschen Wehrmacht vom Oktober 1943 diskutieren. Wir lernen Zeitzeugen und Überlebende kennen und tauschen uns mit ihnen aus. Denn auch Jahrzehnte nach Kriegsende ist die Vergangenheit noch sehr präsent: in Liedern, Fotoaufnahmen und vor allem in bewegenden Erzählungen. Unser Projekt befragt die Stimmen der Menschen auf ihren ganz eigenen Klang und wir setzen unsere Erlebnisse unter Anleitung von Künstler*innen in einer Performance kreativ um. Die letzten zwei Tage verbringen wir in der nahegelegenen Stadt Ioannina. Dort werden wir unter anderem auch die hebräische Gemeinde besuchen, um über ihre Geschichte und den Holocaust zu lernen.

 

Unsere Jugendaustausch-Programme und der Coronavirus

Wir alle haben erlebt, wie schnell sich die Infektionslage in der Covid-19-Pandemie verändern kann. Manchmal kann man fast den Eindruck gewinnen, Reiseplanungen mehrere Monate im Voraus seien für eine unabsehbare Zeit grundsätzlich nicht mehr umzusetzen. Und doch wagen wir den Schritt,  mit "Footprints in Silence" einen festen Termin anzustreben und das Programm als Real-Begegnung durchzuführen.

Dies geht nur, wenn alle Seiten zusätzliche Flexibilität vereinbaren. Denn natürlich haben wir die Situation jederzeit im Blick, sowohl in Deutschland als auch in den Partnerländern unserer Jugendbegegnungen. Im „Fall der Fälle“ behalten wir uns auch kurzfristig vor, Programme zu verändern oder auch abzusagen. Selbstverständlich zahlen wir Euch bei einer Programmabsage den Teilnahmebeitrag vollständig zurück. Im Falle einer Verschiebung seid Ihr darüber hinaus für den Nachholtermin ohne erneute Bewerbung/Anmeldung „gesetzt“. Individuelle Ausgaben, z.B. für die An-/Abreise vom Wohnort zum Programm, können wir allerdings nicht erstatten. Hier empfehlen wir die Buchung von flexiblen bzw. erstattungsfähigen Tickets.

Solltet Ihr an Covid-19 erkranken, aus Corona-Gründen unter Quarantäne gestellt werden oder an Covid-19-typischen Krankheitssymptomen leiden, die eine internationale Reise unmöglich machen, dann habt Ihr jederzeit die Möglichkeit von Eurer verbindlichen Reiseanmeldung zurückzutreten – und zwar (abweichend von den Regelungen in unseren Allgemeinen Reisebedingungen) ohne Berechnung von Stornokosten. Bitte habt Verständnis, dass wir in diesem Fall auf geeignete Nachweise (Attest, Quarantänebescheid, o.ä.) bestehen müssen.

Vor Ort werden wir selbstverständlich auf die Einhaltung der jeweils gültigen Corona-Bestimmungen achten und das vom Deutschen Jugendherbergswerk entwickelte Hygienekonzept umsetzen. Sofern während der Jugendbegegnung Testungen notwendig sind, werden diese für die Gruppe organisiert und die entsprechenden Kosten übernommen.

Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit

Das DJH selbst fördert diese internationale Jugendbegegnung, zudem sind Mittel des neuen Deutsch-Griechischen Jugendwerkes bewilligt worden. Nur so können wir Euch einen Teilnahmebeitrag anbieten, der weit unter den realen Kosten liegt. Wir verstehen dies als unseren Beitrag zur sozialen Dimension der Nachhaltigkeit: Wir möchten jungen Menschen möglichst unabhängig von der Größe ihres Geldbeutels das Reisen ermöglichen. Ihr sollt die Chance erhalten, andere Kulturen und Menschen kennen und verstehen zu lernen. Und auch das eigene Land mit anderen Augen zu entdecken.

Es wäre schade, wenn wir dann aber nicht nachhaltig handeln. Uns ist z.B. sehr wohl bewusst, dass die mit dem Programm „Footprints in Silence“ verbundenen Flüge klimawirksame Emissionen bedeuten. Daher möchten wir den CO2-Fußabdruck unserer Flüge in einem der Klimaschutzprojekte von CO2OL kompensieren. Welches Projekt genau das wird, das werden wir gemeinsam mit Euch entscheiden.

Auch während des Programms vor Ort versuchen wir, auf Klimafreundlichkeit zu achten. Wir nutzen in Deutschland öffentliche Verkehrsmittel („travel like a local“), es gibt für alle den „Meatless Monday“ (und natürlich die Möglichkeit, während des gesamten Programms vegetarisch/vegan zu essen), und wir vermeiden Plastik, wo immer es geht. Auch Übernachtungen in DJH-Jugendherbergen sind natürlich bereits eine umweltfreundliche Form des Reisens. Weitere Anregungen sind stets willkommen – denn sie helfen, unsere Jugendbegegnungen noch klimafreundlicher zu machen.

Voraussetzungen

  • Alter zwischen 16 und 26 Jahren
  • Gültiges Personaldokument (Personalausweis oder Reisepass)
  • Die gemeinsame Arbeitssprache ist Englisch. Erwünscht sind Sprachkenntnisse auf dem Niveau „B1“ des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (selbstständige Sprachanwendung) – es wird unterstützend eine englisch-deutsche bzw. englisch-griechische Sprachmittlung angeboten
  • DJH-Mitgliedschaft
  • E-Mail-Postfach, das täglich abgerufen wird – Nutzung von Social Media kann von Vorteil sein (es werden ggf. interne Gruppen gebildet)
  • Aktive Teilnahme am Programm, Teamfähigkeit, freundliches und offenes Auftreten
  • Bereitschaft und Neugier, andere Kulturen kennen zu lernen
  • Motivation, sich mit dem Thema „Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg“ auseinanderzusetzen

Kosten und Leistungen

Der Teilnahmebeitrag pro Person für beide Teile beträgt als Gesamtpreis nur 449,00 € (Last-Minute-Deal: ab 14. Juni 2021 bis zum Anmeldeschluss mit 20% Nachlass - nur noch 359,00 €). Diese Jugendbegegnung wird gefördert durch das Deutsch-Griechische Jugendwerk. In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass es sich um eine pädagogisch begleitete Gruppenreise handelt und nicht um eine touristische Maßnahme.

Im Teilnahmebeitrag sind enthalten: Übernachtungen (Unterbringung in Mehrbettzimmern) sowie Programm, Transport und Verpflegung (Vollpension) in Ravensbrück und Berlin; Hin- und Rückflug (Berlin - Thessaloniki) in der Economy-Class (nur gemeinsam möglich); Übernachtungen (Unterbringung in Mehrbettzimmern) sowie Programm, Transport und Verpflegung (Vollpension) in Lingiades und Ioannina; pädagogische Betreuung durch dasDJH und seines Partners während der gesamten Programmdauer; Sprachmittlung zur Unterstützung der Kommunikation (deutsch/griechisch-englisch); Versicherungen (Kranken-, Haftpflicht- u. Unfallversicherung); zwei Vorbereitungsseminare am 18. Juli 2021 (in Berlin) und 7. August 2021 (in Berlin).

Die individuellen Reisekosten zu den beiden Vorbereitungsseminaren sind selbst zu tragen und zu organisieren, ebenso die individuelle Rückreise zum Wohnort nach Programmende bei beiden Teilen der Jugendbegegnung. Wir unterstützen gerne bei Fahrgemeinschaften oder der Suche nach passenden Fernbus- oder Bahnverbindungen. Ebenfalls nicht im Teilnahmebeitrag enthalten sind die Kosten einer Reisegepäck- bzw. Reiserücktrittskostenversicherung sowie ggf. zusätzliche individuelle Verpflegung/Getränke.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist diese Jugendbegegnung im Allgemeinen leider nicht geeignet. Wir versuchen aber stets auch außergewöhnliche Wege zu gehen, um allen jungen Menschen eine Teilnahme an unseren Programmen zu ermöglichen. Bitte kontaktiert daher unser Team International bei Fragen zu Euren individuellen Bedürfnissen.

Dieses Jugendaustauschprogramm wird gefördert durch das Deutsch-Griechische Jugendwerk.

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