Deutsch-Griechische Jugendbegegnung

FOOTPRINTS IN SILENCE

Aktueller Hinweis (19.03.2020): Sicherheit und Gesundheit unserer Gäste stehen bei uns stets an erster Stelle. Vor dem Hintergrund der Entwicklungen rund um das neue Coronavirus (SARS-CoV-2) haben wir gemeinsam mit unserem griechischen Partner beschlossen, das Projekt „Footprints in Silence“ in diesem Sommer nicht durchzuführen. Wir bedauern diese Absage sehr, bitten aufgrund der derzeitigen Lage aber um Euer Verständnis.  Zu einem späteren Zeitpunkt wird entschieden, ob eine Programmdurchführung im Jahr 2021 möglich sein wird.  Bei Interesse an einer Teilnahme könnt Ihr uns daher gerne eine E-Mail an international.headquarters@jugendherberge.de schreiben. Wir erstellen einen Verteiler und informieren Euch spätestens im Oktober 2020, ob (und in welcher Form) das Programm wieder aufgenommen werden kann.

Kurzübersicht

Termine:12.07. - 19.07.2020 (Deutschland)
02.08. - 09.08.2020 (Griechenland)
11.07. und 01.08.2020 (Vorbereitungsseminare, in Berlin bzw. am Abflugort)
Ort:Berlin und Ravensbrück (Deutschland)
Lingiades (Griechenland)
Veranstalter:Die Jugendherbergen, Deutsches Jugendherbergswerk, DJH-Hauptverband e.V. Leonardo-da-Vinci-Weg 1, 32760 Detmold
Kosten:399,00 €
Alter:16 - 26 Jahre

 

Beschreibung

In diesem Jahr bietet das Deutsche Jugendherbergswerk dieses Austauschprogramm gemeinsam mit dem Kulturverein Lingiades an.

In den letzten Jahren nahm die Situation in Griechenland in deutschen Medien viel Raum ein. Im Zusammenhang mit der „griechischen Krise“ wurde das deutsch-griechische Verhältnis immer wieder, auch kritisch, thematisiert – und die gemeinsame Geschichte war stets ein wichtiger Teil dieser Diskussion. In Griechenland gibt es über 100 so genannte Opfergemeinden. Orte, die von Gräueltaten der Wehrmacht während der deutschen Besatzung Griechenlands im Zweiten Weltkrieg schwer getroffen wurden. Einer davon ist Lingiades, ein idyllisches Bergdorf in der Region Epirus im Nordwesten Griechenlands. Ebenso wie der Holocaust an den griechischen Juden ist die Geschichte dieser Orte ein in Deutschland kaum bekanntes Kapitel der Geschichte des Zweiten Weltkrieges. Die Verbrechen der Nazis haben gezeigt, was für verheerende Auswirkung die Missachtung der Menschenrechte hat.

Mehr als sieben Jahrzehnte nach Kriegsende und bedingt durch den Generationswechsel scheint in Deutschland eine emotionale Distanz zum Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg zu überwiegen. In Griechenland jedoch ist die Vergangenheit in den Opfergemeinden noch sehr präsent. Die gemeinsame Hinwendung zu einer Jugend-Erinnerungskultur mittels kreativer Projektarbeit soll dazu beitragen, diese Lücke zwischen den beiden Ländern zu verringern und einen Beitrag zum innovativen Wandel unserer Gesellschaft zu leisten. FOOTPRINTS IN SILENCE wird das Schweigen, welches das Schicksal der Menschen umhüllt, ersetzen durch ein ausdrucksstarkes, interkulturelles Kunstwerk der jungen Generation.

Als Standorte des Programms sind vorgesehen:

  • Jugendherberge Ravensbrück (12. Juli bis 17. Juli 2020)
  • Jugendherberge Berlin-International (17. Juli bis 19. Juli 2020)
  • Lingiades, Griechenland (2. August bis 9. August 2020)

Wir starten die Jugendbegegnung (nach einem eintägigen Vorbereitungsseminar in Berlin) in der Jugendherberge Ravensbrück, die sich unmittelbar an die Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers der Nationalsozialisten anschließt. In dieser als „Internationale Jugendbegegnungsstätte“ profilierten Jugendherberge treffen sich Jugendliche und Erwachsene aus der ganzen Welt, um gemeinsam Geschichte zu verstehen und aufzuarbeiten. In Kooperation mit den Pädagogischen Diensten der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück werden seit dem Jahr 2002 verschiedenste thematische Projekte angeboten.

Hier werden wir in griechisch-deutscher Zusammenarbeit forschen, um uns gemeinsam mit der Geschichte der Menschen dieses Erinnerungsortes kreativ auseinander zu setzen. Wir recherchieren Zusammenhalt, Widerstand und Zivilcourage; und beginnen die Spurensuche mit dem Schicksal der in Ravensbrück inhaftierten griechischen Frauen, deren Alltag sich bedingt durch Sprach- und Kulturunterschiede erheblich von dem anderer jüdischer KZ-Häftlinge aus Ost-, West- und Mitteleuropa unterschied. Wir arbeiten mit neuen Medien, stellen eigene Video- und Tonaufnahmen her. Und schaffen gemeinsam mit Künstler*innen eine Perfomance. Eine Draisinentour bietet Abwechslung und der letzte Abend in Ravensbrück steht im Zeichen eines gemeinsamen Barbecues.

Berlin ist dann für zwei Tage die zweite Station in Deutschland. Wir erkunden die Stadt während einer kreativen Foto-Safari. Auch in Berlin besuchen wir Gedenkstätten für Opfergruppen des Nationalsozialismus und lernen ein einzigartiges Zeitzeugen-Projekt zur deutschen Besatzung Griechenlands während des Zweiten Weltkriegs kennen. Und wenn man schon mal in der Hauptstadt ist: Eine Führung durch den Deutschen Bundestag ist natürlich auch dabei…

Der zweite Teil des Programms findet Anfang August in Griechenland statt. Nach einem Vorbereitungsseminar und dem gemeinsamen Flug und Busfahrt erreichen die deutschen Teilnehmenden das malerische Dorf Lingiades. Dort, im Nordwesten Griechenlands, umgeben von hohen Bergen und mit beeindruckender Aussicht auf den großen Pamvotida-See und die Stadt Ioannina, wird unsere deutsch-griechische Jugendbegegnung fortgesetzt.

Wir werden gemeinsam die Hintergründe, die Folgen und das Gedenken bezüglich des Massakers der deutschen Wehrmacht vom Oktober 1943 diskutieren. Wir lernen Zeitzeugen und Überlebende kennen und tauschen uns mit ihnen aus. Denn auch Jahrzehnte nach Kriegsende ist die Vergangenheit noch sehr präsent: in Liedgut, Fotoaufnahmen und vor allem in bewegenden Erzählungen. Unser Projekt befragt die Stimmen der Menschen auf ihren ganz eigenen Klang und wir setzen unsere Erlebnisse unter Anleitung von Künstler*innen kreativ um. In Planung ist zudem ein kultureller Ausflug in die nahegelegene Stadt Ioannina, wo wir auch die dortige hebräische Gemeinde besuchen werden, um über ihre Geschichte und den Holocaust zu lernen. Ein Nachmittag in Thessaloniki rundet das Programm ab.

 

Voraussetzungen

  • Alter zwischen 16 und 26 Jahren
  • Gültiges Personaldokument (Personalausweis oder Reisepass)
  • Die gemeinsame Arbeitssprache ist Englisch. Erwünscht sind Sprachkenntnisse auf dem Niveau „B1“ des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (selbstständige Sprachanwendung)
  • DJH-Mitgliedschaft
  • E-Mail-Postfach, das täglich abgerufen wird – Facebook-Account ist von Vorteil (es wird eine interne Gruppe gebildet)
  • Aktive Teilnahme am Programm, Teamfähigkeit, freundliches und offenes Auftreten
  • Bereitschaft und Neugier, andere Kulturen kennen zu lernen
  • Motivation, sich mit dem Thema „Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg“ auseinanderzusetzen

Kosten und Leistungen

Der Teilnahmebeitrag pro Person beträgt nur 399,00 €. Für diese Jugendbegegnung sind Fördermittel des Bundesfamilienministeriums aus Mitteln des Kinder- und Jugendplanes des Bundes sowie bei der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" im Rahmen des Programms EUROPEANS FOR PEACE beantragt. In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass es sich um eine pädagogisch begleitete Gruppenreise handelt und nicht um eine touristische Maßnahme.

Im Teilnahmebeitrag sind enthalten: Übernachtungen (Unterbringung in Mehrbettzimmern) sowie Programm, Transport und Verpflegung (Vollpension) in Ravensbrück und Berlin; Hin- und Rückflug (Sammelort in Deutschland* – Flughafen Thessaloniki) in der Economy-Class (nur gemeinsam möglich); Übernachtungen (Unterbringung in Mehrbettzimmern) sowie Programm, Transport und Verpflegung (Vollpension) in Lingiades; pädagogische Betreuung des DJH und seines Partners während der gesamten Programmdauer; Versicherungen (Kranken-, Haftpflicht- u. Unfallversicherung); zwei Vorbereitungsseminare am 11. Juli 2020 (in Berlin) und am 1. August 2020 (am Abflugort).

* Der Sammelort für den zweiten Teil wird in Abstimmung mit den Teilnehmenden, vor dem Hintergrund ihrer Heimatorte sowie den tagesaktuellen Flugpreisen, für Verbindungen nach Thessaloniki zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt.

Die individuellen Reisekosten zu den beiden Vorbereitungsseminaren sind selbst zu tragen und zu organisieren, ebenso die individuelle Rückreise zum Wohnort nach Programmende bei beiden Teilen der Jugendbegegnung. Wir unterstützen gerne bei Fahrgemeinschaften oder der Suche nach passenden Fernbus- oder Bahnverbindungen. Ebenfalls nicht im Teilnahmebeitrag enthalten sind die Kosten einer Reisegepäck- bzw. Reiserücktrittskostenversicherung sowie ggf. zusätzliche individuelle Verpflegung/Getränke.

Für Personen mit eingeschränkter Mobilität ist diese Jugendbegegnung im Allgemeinen leider nicht geeignet. Wir versuchen aber stets auch außergewöhnliche Wege zu gehen, um allen jungen Menschen eine Teilnahme an unseren Programmen zu ermöglichen. Bitte kontaktiert daher unser Team International bei Fragen zu Euren individuellen Bedürfnissen.