Bundesfreiwilligendienst in Jugendherbergen
Über den BFD
Zeit, das Richtige zu tun
Im Bundesfreiwilligendienst (BFD) engagieren sich Menschen für das Allgemeinwohl. Der Bundesfreiwilligendienst wird dabei ganztägig als überwiegend praktische Hilfstätigkeit in gemeinwohlorientierten Einrichtungen geleistet. Der Bundesfreiwilligendienst fördert das zivilgesellschaftliche Engagement von Menschen aller Generationen. Er fördert damit das lebenslange Lernen. Einerseits bietet er jungen freiwillig dienstleistenden Personen die Chance des Kompetenzerwerbs und erhöht für benachteiligte Jugendliche die Chancen des Einstiegs in ein geregeltes Berufsleben. Andererseits werden ältere freiwillig dienstleistende Personen ermutigt, ihre bereits vorhandenen Kompetenzen sowie ihre Lebens- und Berufserfahrung einzubringen und weiter zu vermitteln. Die Ausgestaltung des Bundesfreiwilligendienstes erfolgt arbeitsmarktneutral. Der DJH Hauptverband als Träger und die Jugendherbergen als Einsatzstelle verfolgen mit dem Freiwilligendienst gemeinsam das Ziel, soziale Kompetenz, Persönlichkeitsbildung sowie die Bildungs- und Beschäftigungsfähigkeit der Freiwilligen zu fördern und sorgen für die Durchführung der Bildungsseminare, in denen die Praxiserfahrungen reflektiert werden. Die Seminare ermöglichen insbesondere die Persönlichkeitsentwicklung, soziale, interkulturelle und politische Bildung, berufliche Orientierung sowie das Lernen von Beteiligung und Mitbestimmung. Sie wecken das Interesse an gesellschaftlichen Zusammenhängen. (Analog der Präambel der Vereinbarung für den Bundesfreiwilligendienst des Bundesamtes für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben [BAFzA] mit Stand vom 26.01.2023 und auf Grundlage des Bundesfreiwilligendienstgesetzes [BFDG]).
Zehn gute Gründe sich freiwillig zu engagieren
1. Der Gesellschaft etwas geben
Freiwillige gewinnen an Selbstvertrauen und Souveränität und sie übernehmen wichtige gesellschaftliche Verantwortung. Gebraucht zu werden, helfen können, die eigene Zeit sinnvoll einzusetzen, etwas Gutes tun - das kann den Blick aufs Leben verändern und ist auf jeden Fall eine bereichernde Erfahrung.
2. Sich neue Chancen erarbeiten
Ob Nesthocker oder „Raus von zu Haus“, ob vor Ort oder im Ausland: Für jeden Menschen gibt es bei den Freiwilligendiensten passende Angebote, sich im Leben zu erproben, eigene Grenzen auszuloten, Neues zu wagen. Ein Freiwilligendienst ist außerdem das sinnvollste Wartesemester, das es gibt. Wenn es mit dem Studien- oder Ausbildungsplatz nicht gleich klappt, können sechs oder zwölf Monate Freiwilligendienst Wartezeiten sinnvoll überbrücken. In einigen Studiengängen wird sozialer Dienst bei der Bewerbung zusätzlich positiv bewertet.
3. Das echte Leben kennenlernen
Wer nicht gleich die Schulbank gegen eine Uni oder Ausbildung eintauschen möchte, kann mit einem Freiwilligendienst seinen Horizont erweitern und ganz praktische Erfahrungen sammeln. Junge Menschen, die sich nach ihrem Schulabschluss noch nicht auf einen Berufswunsch festgelegt haben, gewinnen Einblicke in Bereiche, die sie sonst vielleicht nie kennenlernen würden.
4. Neue Impulse gewinnen – selber Impulse geben
Auf zu neuen Ufern: Das gilt nicht nur für junge Menschen. Viele bereits Berufstätige suchen zum Beispiel im Rahmen einer Auszeit einen Ausgleich zu ihrem bisherigen Berufsleben oder wollen sich neu orientieren. Eltern können den Freiwilligendienst nutzen, um nach einer längeren Kinderpause wieder ins Berufsleben einzusteigen. Ältere Menschen finden hier nach dem Ende ihres Erwerbslebens neue Herausforderungen: Sie können ihre wertvolle Berufs- und Lebenserfahrung an Jüngere weitergeben und sich über freiwilliges Engagement sinnvoll einbringen.
5. Wertvolle Erfahrungen sammeln
Nach der Schule können junge Menschen im Rahmen der Tätigkeit bei den Freiwilligendiensten ohne Leistungsdruck erste Erfahrungen im Arbeitsalltag der Einsatzstellen sammeln und Arbeitsgebiete kennenlernen. Die gewonnenen Erkenntnisse und fachlichen Qualifikationen helfen später bei der Berufswahl. Auch bei einer beruflichen Neuorientierung bieten die Freiwilligendienste die Chance, sich neue Tätigkeitsbereiche zu erschließen und Referenzen zu sammeln. Durch die Tätigkeit in einem Freiwilligendienst lässt sich soziales und ökologisches Engagement wirkungsvoll belegen – das beeindruckt auch Arbeitgeber bei zukünftigen Bewerbungen.
6. Soziale Kompetenzen erwerben, vertiefen und einbringen
Soziale Kompetenzen sind Schlüsselkompetenzen für das ganze Leben. Sie entscheiden in der modernen Arbeitswelt mit über den Erfolg. Ganz oben steht die Teamfähigkeit. Sich zu engagieren heißt, mit anderen zusammenzuarbeiten, im Team Verantwortung zu übernehmen, verlässlich zu sein. Die Aufgaben in den Freiwilligendiensten verlangen ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit, Selbstorganisation und Disziplin. Der freiwillige Dienst trainiert, erweitert und vertieft diese wichtigen Schlüsselkompetenzen und gibt erfahrenen Freiwilligen die Möglichkeit, diese anderen zu vermitteln.
7. Anerkennung für seine Leistung erhalten
Freiwillige im BFD (…) erhalten ein Taschengeld als Anerkennung für das geleistete Engagement, welches zwischen Träger bzw. Einsatzstelle und Freiwilligen abgesprochen wird. Darüber hinaus können die Freiwilligen unentgeltliche Unterkunft, Verpflegung und Arbeitskleidung bzw. entsprechende Geldersatzleistungen erhalten. Schließlich werden grundsätzlich alle Freiwilligen im BFD (…) sozialversichert. Sie werden also grundsätzlich in die gesetzliche Krankenversicherung, die Pflege-, Arbeitslosen-, Renten- und Unfallversicherung einbezogen. Viele Universitäten rechnen den Dienst auf die Wartezeit an, in einigen Fachbereichen zählt die geleistete Arbeit als Vorpraktikum. Zudem haben alle Freiwilligen Anspruch auf ein qualifiziertes Zeugnis. Die wertvollste Anerkennung erfahren Freiwillige durch die kleinen Dinge im täglichen Einsatz: zum Beispiel durch die Erfolge, die sich erreicht haben, durch ein Lächeln der betreuten Person oder ein nettes Wort des aufrichtigen Dankes.
8. Begleitende Angebote nutzen
Die Freiwilligen bleiben bei ihrem Einsatz nicht allein. Sie werden von Fachkräften betreut und vom Team unterstützt. In regelmäßigen Seminaren lernen sie andere Freiwillige kennen und können ihre Erfahrungen austauschen. Es besteht kein Leistungszwang durch die Vergabe von Noten. Freiwillige können sich ohne Druck von außen gemeinsam mit anderen weiterbilden.
9. Kontakte knüpfen
Jeden Tag haben die Freiwilligen die Chance, neue Menschen kennenzulernen und mit verschiedenen Generationen zusammenzuarbeiten. So entstehen wertvolle Kontakte, die für den weiteren Werdegang hilfreich sein können.
10. Abwechslung erleben
Durch den täglichen direkten Kontakt mit den unterschiedlichsten Menschen ist kein Tag wie der andere: Jedes freiwillige Engagement (…) ist abwechslungsreich und herausfordernd.
(Text entnommen aus der Broschüre „Zeit, das Richtige zu tun.“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Juli 2016.)
Gefördert vom:

Trägerzugehörigkeit:

Leitbild der Paritätischen Freiwilligendienste
Unser Selbstverständnis
Die Paritätischen Freiwilligendienste fördern die soziale Gerechtigkeit, die Chancengleichheit und die Gleichberechtigung als Rechte eines jeden Menschen auf gleiche Chancen zur Verwirklichung seines Lebens in Würde und der Entfaltung seiner Persönlichkeit. Die Paritätischen Freiwilligendienste stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirken den Ursachen, die unsere Gesellschaft spalten, entgegen.
Freiwilligendienste stellen eine besondere Form des bürgerschaftlichen Engagements dar. Der Paritätische ist davon überzeugt, dass Freiwillige dazu beitragen, die Gesellschaft zu gestalten und als aktiver Teil der Zivilgesellschaft die Demokratie stärken. Deswegen setzt sich der Paritätische für gute Rahmenbedingungen zur Förderung und Umsetzung der Freiwilligendienste ein.
Die Akteure der Paritätischen Freiwilligendienste unterstützen in besonderer Weise die Partizipation der Freiwilligen, um eine verantwortungsbewusste Bürgergesellschaft zu fördern.
Unsere Werte
Die Akteure der Paritätischen Freiwilligendienste arbeiten auf Grundlage der Werte des Paritätischen: Gleichheit aller, Toleranz, Offenheit und Vielfalt. Der Paritätische agiert dabei überkonfessionell und parteipolitisch unabhängig.
Wir sind offen für alle, die die Paritätischen Werte teilen: hierzu gehören die Akzeptanz und der Respekt von Menschen unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft, einem Handicap, ihrer Religionszugehörigkeit, ihres Alters, ihrer Weltanschauung oder ihrer sexuellen Orientierung.
Wir gehen mit allen Beteiligten offen, wertschätzend und respektvoll um.
Unsere Arbeitsweise
Wir machen Vielfalt zum Thema. Wir arbeiten inklusiv, indem wir Hindernisse an der Teilnahme am Freiwilligendienst beseitigen und damit Chancengleichheit fördern. Wir nehmen aufmerksam Unterschiede zwischen Menschen und Lebensweisen wahr, respektieren diese und sehen darin einen Wert an sich. Darüber hinaussuchen wir nach Gemeinsamkeiten und verbindlichen Aspekten. Wenn Unterschiede zu Ungerechtigkeit führen, diskutieren wir, suchen Veränderung und sind unbequem.
Wir arbeiten transparent und partizipativ. Wir hören die Anliegen und Motive der Freiwilligen an und motivieren sie, sich aktiv in die Gestaltung der Paritätischen Freiwilligendienste einzubringen. Wir gestalten das Bildungs- und Orientierungsjahr als demokratischen Lernprozess für eine offene und von Vielfalt und Respekt geprägte Gesellschaft.
Wir arbeiten zukunftsorientiert und sind offen für neue Wege. Vor dem Hintergrund der Vielfalt hinterfragen wir unsere Werte und Haltungen und entwickeln diese weiter. Das spiegelt sich inhaltlich in unseren Konzepten, Seminaren, Veranstaltungen u.a. wider.
Wir bieten vielfältige Erfahrungsräume in unterschiedlichen Einsatzstellen und Bildungsangeboten. In diesen sammeln die Freiwilligen Erfahrungen, reflektieren, entwickeln und erweitern ihre persönlichen Fähigkeiten und Kompetenzen und orientieren sich beruflich.
Wir bieten eine hohe Qualität an. Alle Freiwilligen finden unabhängig von den Dienstformaten sehr gute Rahmenbedingungen und eine sehr hohe Begleitungsqualität von der Auswahl, über die pädagogische Begleitung bis hin zur Verabschiedung der Freiwilligen vor. Anerkennung und Wertschätzung sind für uns leitende Handlungsansätze. Für eine konstruktive und ausgleichen Zusammenarbeit aller Beteiligten ist das Trägerprinzip unverzichtbar.
Quelle: Der Paritätische Gesamtverband, Qualitätsstandards der Paritätischen Freiwilligendienste, April 2017