MITTEILUNG 1-2022
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- Vorwort
- Rückblick 2021 & Ausblick 2022
- Ukraine-Flüchtlinge
- Aufholen nach Corona
- Neue Hausleiterinnen in Bielefeld und am Sorpesee
Vorwort
Sehr geehrte Mitglieder der Kreis- und Stadtverbände,
sehr geehrte Delegierte der Mitgliederversammlung,

ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass wir an Pfingsten 2021 nach monatelanger Schließzeit endlich die ersten vier Jugendherbergen wiedereröffnen konnten. Es folgte die schrittweise Öffnung der Häuser und immerhin eine „kleine“ Klassenfahrt-Saison im Herbst.
Zum Jahreswechsel sorgte die Omikron-Variante wieder für Sorgenfalten – und einen holprigen Start unserer Jugendherbergen in das Jahr 2022. Omikron löste erneut Stornierungen von Schulklassen und Gruppen für die Monate Januar bis März aus. Allerdings befanden sich viele Jugendherbergen in den belegungsschwächeren Wintermonaten ohnehin in der „Winterruhe“, die wir teilweise verlängert haben.
Umso glücklicher sind wir, dass sich die Lage nun deutlich entspannt hat!
Wir freuen uns sehr über die gute Buchungslage, die aktuell sogar an die Zahlen des sehr guten Vor-Corona-Jahres 2019 heranreichen.
Insbesondere bei Klassenfahrten stellen wir einen großen Nachholeffekt fest. Das unterstreicht unsere Kernkompetenz und verdeutlicht die wichtige Rolle von Schulfahrten in der Kompetenzentwicklung junger Menschen außerhalb von Schule und Elternhaus.
Gerne werfen wir mit dieser MITTEILUNG einen Blick zurück auf die Bilanz 2021 – und schauen natürlich auch auf die wichtigsten Trends und Ereignisse in 2022. Wie angekündigt, tun wir dies seit der letzten Ausgabe digital. Bitte denken Sie daran – sofern noch nicht geschehen – sich hierzu unbedingt in den E-Mail-Verteiler einzutragen und geben Sie diese Info gerne auch an Ihre Mitstreiter*innen in den Kreis- und Stadtverbänden weiter. Wir informieren Sie dann immer per Mail, sobald eine neue MITTEILUNG erscheint.
Viel Spaß bei der Lektüre und beste Grüße
Ihr
Guido Kaltenbach
Rückblick 2021 & Ausblick 2022
Bilanz 2021: Jugendherbergen freuen sich nach zwei Krisenjahren über Nachholeffekt bei Klassenfahrten
Wechselvoller Rückblick, positiver Ausblick: Die Jugendherbergen in Westfalen-Lippe schauen im dritten Jahr der Corona-Pandemie erneut auf ein schwieriges Jahr zurück: Pandemiebedingt zählen die 29 Jugendherbergen in der Region für 2021 lediglich 239.590 Übernachtungen – ein Minus von 63 Prozent im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019. Deutlich positiver ist der Blick nach vorne: Die Buchungslage ist aktuell gut, vor allem bei Klassenfahrten stellen wir einen großen Nachholeffekt fest.

Verbot von Schulfahrten bis zu den Sommerferien, keine touristischen Übernachtungen bis Mai, danach schrittweise Öffnung der Jugendherbergen: Die Auswirkungen der Pandemie zeigen sich deutlich in der Übernachtungs-Bilanz: 2021 zählt der Landesverband lediglich 239.590 Übernachtungen. Zum Vergleich: Im Vor-Corona-Jahr 2019 haben die westfälisch-lippischen Jugendherbergen rund 651.000 Übernachtungen realisiert, im ersten Pandemie-Jahr 2020 waren es 182.560.
Familienurlaub in Jugendherbergen weiter im Trend
Während der Landesverband 2020 einen Einbruch im Schulklassen-Segment um mehr als 80 Prozent hinnehmen musste, sind die Schulklassen-Übernachtungen 2021 zwar wieder leicht gestiegen, aber mit rund 66.000 Übernachtungen (- 69 Prozent zu 2019) noch sehr deutlich unter dem Niveau vor der Krise (2019 = 212.000 Schulklassen-Übernachtungen).
Mit rund 69.000 Übernachtungen und einem Anteil von 38 Prozent waren die Familien erneut stärkste Gästegruppe in 2021. Familienurlaube in Jugendherbergen waren zwar auch in den Vorjahren im Trend, liegen aber in „normalen“ Zeiten bei rund 20 Prozent und sind damit drittstärkste Gästegruppe hinter Schulklassen und Freizeitgruppen. Hier zeigt sich wie bereits 2020 wieder eine coronabedingte Verschiebung: Während viele Gruppen- und Schulfahrten nicht stattfinden konnten, hat sich der Trend zu „Familienurlaub in Deutschland“ nochmals verstärkt.
Nachholeffekt bei Klassenfahrten und gute Buchungslage 2022

Nachdem der Start ins Jahr 2022 aufgrund der Omikron-Variante noch holprig war, sind die Jugendherbergen im Frühjahr gut in die Saison gestartet. Besonders erfreulich: Vor allem bei Klassenfahrten stellen die Jugendherbergen in Westfalen-Lippe einen großen Nachholeffekt fest. „Wir könnten die Betten teils doppelt und dreifach belegen“, melden etliche Herbergen für die beliebtesten Klassenfahrt-Reisezeiträume – die vielerorts für Schulklassen längst ausgebucht sind.
Im Monat April liegen die Übernachtungszahlen deshalb über dem starken Vor-Corona-Jahr 2019. Eine Entwicklung, die sich auch für den Rest des Jahres 2022 abzeichnet: Die Zahl der Vorbuchungen von Mai bis Dezember tendiert in Richtung des 2019er-Niveaus.
Die Übernachtungs- und Gästezahlen unserer Jugendherbergen im Überblick:
| Jugendherberge | Übernachtungen | Gäste | ||||
| 2019 | 2020 | 2021 | 2019 | 2020 | 2021 | |
| Altena, Burg | 7.974 | 843 | 1.630 | 4.015 | 474 | 820 |
| Bad Driburg | 11.260 | 1.374 | 4.952 | 4.753 | 635 | 2.031 |
| Bielfeld* | 24.318 | 3.749 | 8.182 | 12.199 | 1.659 | 3.809 |
| Biggesee | 27.178 | 3.364 | 10.332 | 11.172 | 1.524 | 3.815 |
| Bilstein, Burg | 33.248 | 14.040 | 9.771 | 14.228 | 5.617 | 3.700 |
| Bochum | 32.270 | 6.304 | 6.919 | 17.449 | 3.691 | 3.449 |
| Brilon | 922 | 3.480 | 5.148 | 387 | 1240 | 1.803 |
| Cappenberger See | 11.755 | 678 | 5.138 | 5.027 | 355 | 1.733 |
| Detmold | 25.057 | 7.004 | 9.377 | 11.434 | 3.385 | 4.057 |
| Dortmund | 49.585 | 15.393 | 15.752 | 23.022 | 5.874 | 6.416 |
| Freusburg | 28.004 | 8.428 | 10.697 | 11.522 | 3.292 | 4.239 |
| Glörsee | 9.962 | 2.264 | 1.791 | 4.811 | 1.074 | 833 |
| Hagen | 17.776 | 8.166 | 8.528 | 8.739 | 3.707 | 2.285 |
| Haltern am See | 37.711 | 15.856 | 19.854 | 17.173 | 7.008 | 8.395 |
| Horn-Bad Meinberg | 10.558 | 1.157 | 3.233 | 4.747 | 424 | 1.414 |
| Möhnesee | 40.015 | 10.404 | 21.257 | 15.926 | 3.477 | 5.634 |
| Münster | 55.373 | 20.652 | 23.988 | 28.032 | 10.829 | 11.386 |
| Nottuln | 27.730 | 9.969 | 10.964 | 11.879 | 4.510 | 4.427 |
| Paderborn | 16.754 | 3.510 | 2.559 | 7.479 | 1.851 | 1.096 |
| Petershagen | 12.954 | 5.377 | 4.358 | 6.057 | 2.704 | 2.226 |
| Porta Westfalica | 9.180 | 1.118 | 2.681 | 4.674 | 529 | 1.166 |
| Reken | 15.932 | 3.392 | 6.653 | 6.828 | 822 | 2.390 |
| Rheine | 9.439 | 0 | 0 | 4.563 | 0 | 0 |
| Rüthen | 11.945 | 1.036 | 2.715 | 4.968 | 464 | 1.138 |
| Soest | 9.561 | 1.404 | 1.594 | 4.489 | 772 | 692 |
| Sorpesee | 25.103 | 5.749 | 11.109 | 10.362 | 2.334 | 4.032 |
| Tecklenburg | 20.198 | 1.774 | 7.533 | 10.870 | 1.026 | 3.499 |
| Wewelsburg | 29.617 | 9.001 | 10.295 | 12.780 | 4.148 | 4.595 |
| Winterberg | 40.011 | 17.074 | 12.580 | 16.480 | 6.641 | 4.576 |
| Summe | 651.390 | 182.560 | 239.590 | 296.065 | 80.066 | 95.656 |
Jugendherbergen helfen Ukraine-Flüchtlingen

Bis zu 15.000 Kriegsflüchtlinge kamen im März täglich aus der Ukraine in Deutschland an und benötigten Unterkünfte. Bundesweit boten Jugendherbergen schnelle und unkomplizierte Unterstützung an. „Wir helfen, wo wir können“, lautete natürlich auch die Devise in Westfalen-Lippe.
So konnten die Jugendherbergen Biggesee, Bielefeld, Dortmund und Hagen kurzfristig und meist spontan Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine unterbringen. Die Unterbringung erfolgte in Absprache mit den Krisenstäben und zuständigen Abteilungen der jeweiligen Kommunen, zu denen der Landesverband vor allem im März zu Beginn der Flüchtlingswelle intensive, zahlreiche Kontakte hatte. Vereinzelte privat organisierte Unterbringungen erfolgten darüber hinaus in Bochum, Brilon oder Münster. Es handelte sich um temporäre Unterbringungen, bis die jeweiligen Städte, Kreise und Gemeinden dauerhafte Lösungen geschaffen hatten.
Die Jugendherbergen in Westfalen-Lippe stehen nicht zum ersten Mal als Partner in der Krisenbewältigung bereit. Bereits 2015 hatte der Landesverband den Behörden vorübergehend sieben Jugendherbergen zur Verfügung gestellt. Die Jugendherbergen Bielefeld, Biggesee und Tecklenburg wurden 2020 als Unterkunft für Geflüchtete genutzt, um in der Corona-Pandemie die Erstaufnahmeeinrichtungen der jeweiligen Bezirksregierungen zu entlasten.
Aufholen nach Corona: Auch 2022 beteiligt sich Westfalen-Lippe mit rund 40 Freizeiten
Nach Homeschooling, Distanz- und Wechselunterricht können viele Familien, Kids und Jugendliche wieder neue Kraft in den Jugendherbergen tanken.

Seit letztem Jahr etwa im Rahmen des Bundesprogramms „Aufholen nach Corona“, mit dem Kinder und Jugendliche für nur 49 Euro an betreuten Ferienfreizeiten ins „Fußball-Abenteuercamp“ reisen oder zu „Social Media-Helden“ werden konnten. Auch 2022 beteiligen sich acht Jugendherbergen in Westfalen-Lippe mit mehr als 40 Familien- sowie Kinder- und Jugendfreizeiten am Aufhol-Programm.
So boten und bieten die Jugendherbergen Bad Driburg, Hagen, Horn-Bad Meinberg, Reken und Rüthen in den Oster- und Sommerferien Kinder- und Jugendfreizeiten an. Für Familien haben die Jugendherbergen Bielefeld, Petershagen und Brilon ganzjährig rund 30 Termine im Angebot. Die meisten Freizeiten sind bereits ausgebucht, einen Überblick über freie Plätze gibt es hier: www.jugendherberge.de/aufholpaket.
Sorpesee startet neu und schwungvoll in die Saison

Neue Aussichten am Sorpesee: Mitte März ist die See-Herberge im Sauerland mit maritimer Optik und neuer Hausleiterin in die Saison gestartet: Rebecca Alba hat das Ruder übernommen.

Die 49-Jährige Hotelbetriebswirtin ist bereits seit rund 23 Jahren in der Branche unterwegs und nach Stationen auf den Inseln Kos (Griechenland) oder Fuerteventura (Spanien) über Sankt-Peter Ording beim gemeinnützigen DJH „gelandet“: „Ich habe die Jugendherberge Rothenburg ob der Tauber geleitet – und bin seitdem definitiv Jugendherbergs-Fan“, berichtet Alba.
Die Gäste begrüßen die neue Hausleiterin und ihr Team ab sofort an der im wahrsten Sinne „schwungvoll“ umgestalteten Rezeption, deren Form einen Schiffsbug andeutet. Die großen und kleinen Besucher dürfen sich außerdem über eine neue Eingangshalle und den Buffetraum freuen, die nun viel maritimes Flair bieten: Die Möblierung in Schwemmholzoptik trifft auf dunkelgrauen „Plankenboden“. Und ein intensives Türkis weckt farblich Assoziationen zum Thema „See“ – ebenso wie ein aufgespanntes Segel, das SUP-Board und ein auffällig platziertes Bullauge. Neu sind auch die gemütlichen Sitzbereiche und die großzügige Spielecke.
Kea Gerth leitet die „Denkfabrik“ Bielefeld

Auch das Jugendgästehaus Bielefeld hat eine neue Hausleiterin: Kea Gerth ist seit Februar an Bord und bringt vielfältige Hotellerie-Erfahrungen aus Spanien, Amsterdam oder Kopenhagen mit ins DJH.

Mit dem neuen Konzept „Denkfabrik“ greift das Jugendgästehaus Themen wie lebenslanges, nachhaltiges Lernen auf – auch gestalterisch: 180 Quadratmeter im Foyer regen mit neuen Farben und Möbeln zu frischen Ideen an. Nach den Zimmern sind nun auch die öffentlichen Bereiche, der Tagungstrakt, die Rezeption und das Bistro rundum modernisiert. Snacks gibt es ab sofort an der „Denkbar“. „Aktuell gestalten wir noch besondere ,Denkräume‘, die zum Beispiel für unsere Klassenfahrt-Programme genutzt werden können“, berichtet Kea Gerth.
„Mich reizt hier besonders, dass die Jugendherberge ein Ort der Zusammenkunft ist, der die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen unterstützt“, so die 25-jährige Tourismusmanagerin.
