Unsere Strategie
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Kapitel "Unsere Strategie"
- Gemeinsame Wege: Die Jugendherbergen zwischen Nordsee und Sauerland
- Inklusion
- Entwicklung Schutzkonzept
- Unsere Haltung
- Nachhaltiger Konsum und Produktion, Ressourcen sparen
- BNE Zertifizierung: Bildung für nachhaltige Entwicklung
- Reisen für Alle
- Engagement: UBOMI, Erholungsaufenthalt für junge Ukrainer
Gemeinsame Wege
Wir sind der Überzeugung, dass wir viele der heutigen Herausforderungen besser gemeinsam mit verlässlichen Partnern meistern können. Die DJH-Landesverbände Westfalen-Lippe und Unterweser-Ems sehen sich als Partner und gehen seit 2016 gemeinsame Wege. Kompetenzen werden gebündelt, Strategien entwickelt und der Arbeitsalltag in vielen Bereichen schon gemeinsam gestaltet.
Das betrifft:
- die Dachmarke “Die Jugendendherbergen zwischen Nordsee und Sauerland” und deren gemeinsame Webseite für alle 55 Jugendherbergen beider Landesverbände,
- die Bereiche “Marketing, Vertrieb und Produktentwicklung” sowie “Informationstechnologie”
- gemeinsame Projekte wie M365, Energiemanagement, Schutzkonzepte, Positionierung oder Verpflegung,
- einen gemeinsamen Projektsupport zur Unterstützung der Projektleitungen
- übergreifende Formate für beide Landesverbände – etwa gemeinsame Schulungswochen oder Hausleitungs-Tagungen.
All dies tun wir auch in enger Abstimmung mit den Kolleginnen und Kollegen im DJH Landesverband Bayern, im Rahmen der sogenannten „Trikoop“.
Inklusion
Gemeinsam arbeiten, voneinander lernen, an Unterschieden wachsen. In unseren vier Inklusionsbetrieben in Aurich, Leer, Oldenburg und im Service- und Buchungscenter in Bremen arbeiten Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen. Das Thema Inklusion ist uns ein Herzensanliegen und Teil unserer Unternehmensstrategie. Unsere Jugendherbergen sind Orte, an denen wir voneinander lernen, miteinander wachsen und die Chancen- und Arbeitsplatzgerechtigkeit für Menschen mit Behinderungen verbessern. Eine Idee, die wir seit 2012 erfolgreich umsetzen und auch 2025 kontinuierlich weiterentwickelt haben:
Schulung von Führungskräften:
Unternehmen, die Mitarbeitende mit Behinderungen beschäftigen, stehen vor besonderen Anforderungen in der Personalführung. Während körperliche Behinderungen oft durch technische Hilfsmittel gut ausgeglichen werden können, benötigen Mitarbeitende mit kognitiven, sensorischen oder psychischen Beeinträchtigungen meist eine spezifische Ansprache, gezielte Förderung und klare Anleitung.
Um diesen Anforderungen optimal zu begegnen, haben 20 Mitarbeitende von März bis November 2025 in Bereichsleitungs- oder Anleitungsfunktionen ein Fortbildungs- und Qualifizierungsprogramm der FAF (Fachberatung für Arbeits- und Firmenprojekte) durchlaufen.
In vier Modulen wurden die folgenden Schwerpunkte vermittelt:
- Gesunde Führung
- Psychische Behinderung verstehen – Ressourcen aktivieren
- Kommunikation ohne Missverständnisse
- Motivieren, Fördern, Anleiten
Durch die Erweiterung dieser Kompetenzen stärken unsere Führungskräfte und Anleitenden eine inklusive, gesundheitsfördernde Unternehmenskultur. Dies sichert nicht nur die Qualität der täglichen Zusammenarbeit, sondern steigert auch nachhaltig die Motivation und Zufriedenheit in unseren gemischten Teams.
Unser Schutzkonzept
Unser Auftrag als Träger der freien Jugendhilfe ist es, Räume zu schaffen, in denen Kinder und Jugendliche neue Erfahrungen sammeln, miteinander lernen und Gemeinschaft erleben können. Unser Anspruch dabei: Unsere Jugendherbergen sind für Gäste, Mitarbeitende, Programmpartner und Dritte ein möglichst geschützter Ort, an dem Missbrauch oder Grenzverletzung keinen Raum haben.
Gemeinsam mit dem DJH-Landesverband Westfalen-Lippe haben wir ein Rahmenschutzkonzept entwickelt, das durch hausspezifische Schutzkonzepte an allen 55 Standorten in beiden Landesverbänden ergänzt wird – als systematischer Plan aus vorbeugenden und intervenierenden Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt, insbesondere sexualisierter Gewalt.
Unsere Schutzkonzepte sind mehr als reines Regelwerk: Sie sind lebendige Prozesse, die Prävention, Intervention und unsere Organisationskultur miteinander verbinden – immer mit dem Ziel, sichere Orte zu schaffen, an denen Kinder und Jugendliche geschützt sind, Vertrauen erleben und im Bedarfsfall kompetente Unterstützung finden.
Unsere Haltung
Als gemeinnütziges Unternehmen bekennen wir uns klar zu demokratischen Grundwerten. Wir erteilen jeder Form von Diskriminierung, Extremismus, Hass und Gewalt eine klare und unmissverständliche Absage. Das Deutsche Jugendherbergswerk steht als wichtiger Teil der Zivilgesellschaft in Deutschland zu seiner Verantwortung für das Gemeinwohl und für das zivilgesellschaftliche Miteinander. Wir engagieren uns für eine freie und offene, tolerante Gesellschaft.
Die DJH-Landesverbände dienen laut Satzungsauftrag der Begegnung und dem Zusammenleben vor allem von jungen Menschen und Familien aus aller Welt, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Abstammung, Sprache, Heimat und Herkunft, ihrem Glauben und ihren religiösen oder politischen Anschauungen. Damit dienen wir dem gegenseitigen Verständnis und dem friedlichen Miteinander der Völker.
Als anerkannte außerschulische Lernorte und Träger der freien Jugendhilfe ist es unser gesellschaftlicher Auftrag, aktiv an der Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen mitzuwirken – umso wichtiger ist es uns, klare Kante für unsere Werte zu zeigen und zu vermitteln. Gemeinsam mit dem Landesverband Westfalen-Lippe fanden Workshops und Tagungen zu dem Thema statt, um unsere Positionierung nach innen und außen zu schärfen und sichtbar zu machen.
Nachhaltiger Konsum und Produktion
Bio-Produkte, mehr vegane und vegetarische Komponenten, neue Rezepturen, lokale „Hausspezialitäten“ und weniger Fleisch: In den Küchen und auf den Buffets unserer Jugendherbergen ist dies weiterhin ein Standard. Wir setzen ein Verpflegungskonzept um, das nicht nur der Umwelt zu Gute kommt, sondern auch unseren Gästen schmeckt: So konnten wir seit 2019 den Fleischverbrauch in unserem Verpflegungsangebot um rund 35 Prozent reduzieren. Mehr dazu erfährst du hier.
Ressourcen sparen
Auch im vergangenen Jahr haben wir bedeutende Fortschritte im Bereich Ressourcensparen erzielt. Unsere Jugendherbergen verzichten weiterhin konsequent auf Portionsverpackungen beim Frühstück, um Müll zu vermeiden. Zudem verfolgen wir das ambitionierte Ziel zur Reduzierung unseres Primärenergieverbrauchs um 45 Prozent bis 2030. Wir sind stolz darauf, dass unsere Einrichtungen seit Jahren zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt werden, der größtenteils aus Wasserkraft stammt oder durch eigene Photovoltaikanlagen erzeugt wird.
Mehr dazu erfährst du hier.
BNE-Zertifizierung
Die Schaffung hochwertiger Bildungsprogramme in unseren Jugendherbergen gilt unser Hauptaugenmerk. So wurde unsere herausragende Bildungsarbeit im Sinne einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in den DJH-Landesverbänden (Unterweser-Ems im November 2023 und Westfalen-Lippe im April 2024) vom jeweiligen Kultusministerium ausgezeichnet. Entsprechend haben wir unsere Angebote auch 2025 konsequent weiterentwickelt.
Bildung für nachhaltige Entwicklung: klingt trocken, macht in den Jugendherbergen aber jede Menge Spaß! Auf unseren Klassenfahrten dreht sich alles um die drei Säulen der Nachhaltigkeit – und was jede/r Einzelne daraus machen kann. Ökologische, soziale und ökonomische Herausforderungen annehmen und zukunftsfähige Entscheidungen treffen. In unseren Bildungsangeboten kann man spielerisch lernen, wie Bildung zum Erlebnis wird.
Alle Programme und Informationen auf einen Blick: BNE - Nachhaltigkeit in den Jugendherbergen zwischen Nordsee und Sauerland
Im Jahr 2026 planen wir die Rezertifizierung unserer Jugendherbergen.
Reisen für Alle

„Reisen für Alle“ ist ein Informations- und Bewertungssystem, das es dem Gast ermöglicht, die Eignung des Angebotes für seine Ansprüche eigenständig zu beurteilen. Im Jahr 2025 wurden 19 Jugendherbergen im Nordwesten überprüft und zertifiziert. Gäste können jetzt die Eignung der Jugendherbergen anhand verlässlicher Detailinformationen zur Barrierefreiheit im Vorfeld der Reise prüfen und sich informieren.
Engagement
Partnerschaft mit Ubomi
Ein Hilfsprojekt für bedürftige Kinder und Jugendliche in den Townships von Kapstadt: Die Jugendherbergen im Nordwesten sind seit neun Jahren Hauptpartner von Ubomi. Fünf familiäre Häuser als sichere „Inseln“ für hilfsbedürftige Kinder und eine Ausbildungswerkstatt konnte Ubomi bereits eröffnen. Mehr Infos unter www.ubomi.net
Fakten und Infos zu Ubomi:
- Fünf Ubomi-Häuser (ein Kleinkindhaus, zwei Kinderhäuser und zwei Jugendhäuser) in den „lost areas“ der Townships: Egoli, Gugulethu und Khayelitsha Site C in Kapstadt / Südafrika.
- Eine Ausbildungswerkstatt seit 2025 für verschiedene handwerkliche Bereiche.
- Insgesamt werden 180 Kinder und Jugendliche in den Häusern betreut, bekocht und ganzheitlich in ihrer Entwicklung gefördert.
- Das Ubomi-Team besteht aus insgesamt 15 engagierten Menschen, die alle aus den Communities stammen, in denen sich die Häuser befinden

Auszeit vom Krieg:
Jugendliche aus der Ukraine in Bad Bentheim
Im Februar 2026 erlebten 30 Jugendliche aus der ukrainischen Partnergemeinde Krasnosilka einen zehntägigen Erholungsaufenthalt in der Jugendherberge Bad Bentheim. Diese Reise, organisiert durch die Stadt Bad Bentheim, bot den 13- bis 15-Jährigen eine dringend benötigte Auszeit vom belastenden Kriegsalltag. Bürgermeister Dr. Volker Pannen betonte die Solidarität der Stadt.
Dank der Unterstützung zahlreicher Förderer, darunter die Robert-Bosch-Stiftung und lokale Unternehmen und des DJH, konnte ein umfassendes Erholungsprogramm realisiert werden. 22 Jugendliche des Unabhängigen Jugendhauses begleiteten die Gäste als Paten, um Austausch und Ablenkung zu fördern. Inmitten der Herausforderungen, die der Krieg mit sich bringt, stand das gemeinsame Erleben und die Erholung im Mittelpunkt. Die Stadtverwaltung hofft auf zukünftige Begegnungen und einen baldigen Frieden für alle Beteiligten.
Mehr zu sehen gibt es hier und in der Bentheimer Rundschau.

