Jahresbilanz 2025: Nachfrage stabil, Teilhabe unter Druck

Mit 3% weniger Übernachtungen verzeichnet der DJH-Landesverband M-V nur einen leichten Rückgang. Alarmierend jedoch: 3.500 Kinder, die im Jahr 2025 eigentlich auf Klassenfahrt oder Jugendfreizeit in eines der 12 Verbandshäuser hätten fahren sollen, mussten zu Hause bleiben. 

Rostock, 03.03.2026
253.965 Übernachtungen verzeichneten die 12 DJH-Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2025. Der leichte Rückgang zum Vorjahr von Minus 3 %, was rund 8.000 weniger Übernachtungen entspricht, lässt sich vor allem auf sogenannte Einzelplatzstornierungen in den Kernzielgruppen Schulklassen und Jugendgruppen zurückführen. Das bedeutet: Die Buchung einer Klasse oder eines Jugendvereins blieb bestehen, die Teilnehmerzahl hat sich jedoch gegenüber der ursprünglichen Fahrtenplanung teilweise erheblich verringert, in vielen Fällen aufgrund fehlender Finanzmittel bei den Familien. Ein Hinweis auf schwerwiegende Teilhabeprobleme in der Zielgruppe.

14.350 Übernachtungen gingen dem Verband in 2025 dadurch verloren. Das sind in Gästezahlen rund 3.500 Kinder und Jugendliche, die zu Hause geblieben sind, während der Rest ihrer Gruppe oder Klasse soziale Bildung, Erholung und Gemeinschaft mit Gleichaltrigen erleben durfte. Ohne die Einzelplatzstornierungen hätte der Verband sogar ein leichtes Plus von rund 2% erzielen können.

Das Jahresergebnis 2025 macht deutlich: Die Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern haben kein Nachfrageproblem, vielmehr hat die Kernzielgruppe ein Teilhabeproblem: Nicht mehr alle Familienhaushalte können die Preise für Klassenfahrten und Ferienfreizeiten ihrer Kinder bezahlen. Gleichzeitig leiden Bildungs- und Jugendhilfestrukturen selbst an Personal- und Finanzierungs-problemen: Fehlen Lehrkräfte oder Ehrenamtliche, können Kinder und Jugendliche mit erhöhtem Betreuungsbedarf oft nicht mitfahren.

Umso fataler ist das, weil Klassenfahrten und Jugendfreizeiten Demokratieverständnis und soziale Kompetenzen stärken. Von Teambuilding über Anti-Rassismus-Workshops bis Umweltbildung bieten die Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern ihren jungen Gästen ein breites Angebot im Bereich außerschulische Bildung. Rund 260 Jugendliche nahmen 2025 zudem an Internationalen Jugendbegegnungen des DJH-Landesverbandes M-V in Polen, Frankreich und Deutschland Teil.

„Wir tragen als Jugendhilfeträger unseren Teil bei. Um die strukturellen Probleme der Zielgruppe  zu lösen, braucht es aber konkrete politische Maßnahmen. Schließlich treiben uns doch alle momentan die Sorgen darüber um, wie wir die junge Generation in herausfordernden Zeiten bei einer gesunden Entwicklung unterstützen können.“, so Kai-Michael Stybel, Vorstand des DJH-Landesverbands M-V.

Gemeinsam mit Partnern aus der Jugendarbeit machte der DJH-Landesverband M-V sich daher in 2025 für seine Zielgruppe bei der Landespolitik stark und konnte in Ansätzen Erfolge erzielen:
Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat das Budget für Dienstreisekosten von Lehrkräften erhöht, was dafür sorgen soll, dass mehr Klassenfahrten genehmigt werden können.

„Wir begrüßen ausdrücklich, dass die Landespolitik erste wichtige Schritte unternommen hat, um Familien und Schulen zu entlasten. Entscheidend wird jedoch sein, diese Maßnahmen langfristig abzusichern, regelmäßig auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und bei Bedarf weiter auszubauen. Teilhabe darf keine Frage der finanziellen Möglichkeiten sein – sie ist Voraussetzung für Bildungsgerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“, so Stybel.

 

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