Adventsreisen und Weihnachtsmärkte

Apfel, Zimt und Mandelkern ...

Advent – das klingt nach Bratäpfeln und heißem Kakao, duftenden Plätzchen, nach Weihnachtsliedern und Lesestunden bei Kerzenschein, kurz gesagt: nach Zeit für die Familie. Für alle, die genau das suchen, haben wir uns ein Familien-Adventswochenende in der Freusburg sowie verschiedene Weihnachtmärkte genauer angesehen.

„Nicht nur die Kinder, auch ich freue mich jedes Jahr auf die Vorweihnachtszeit“, erzählt Farina Nolte, die mit ihrer Familie zu Gast in der Jugendherberge Freusburg ist. „Und jedes Jahr nehme ich mir vor, etwas Ruhe einkehren zu lassen, gemeinsam mit den Kindern Plätzchen zu backen und zu basteln. Doch wenn es dann so weit ist, jagt ein Termin den anderen, ist beruflich viel zu tun, heißt es Geschenke besorgen, Karten schreiben, hier eine Vorführung, dort ein Schulkonzert – und schon ist Heiligabend da. Als wir im Herbst das Programm der Jugendherberge Freusburg entdeckt haben, war unsere spontane Reaktion: Das probieren wir. Und jetzt kann ich sagen: Das war die beste Idee überhaupt!“

An einem Freitagnachmittag ging es los: Knapp zwei Stunden dauerte die Fahrt von Frankfurt a. M. nach Freusburg bei Siegen. „Die Burg allein ist schon ein besonderes Erlebnis", erzählt Vater Karsten Nolte. „Maja und Jakob haben große Augen gemacht.“ Und während die Eltern sich im Familienzimmer einrichten, starten Maja und Jakob gleich einen Erkundungsgang. In der um das Jahr 1100 erbauten mittelalterlichen Burg gibt es viel zu entdecken, vom historischen Rittersaal über den Burgkeller bis zur Drachenhöhle. „Die Drachenhöhle ist ein Spielzimmer und nicht wirklich gefährlich“, erklärt der fünfjährige Jakob.

Adventliche Einstimmung

Dann geht es mit warmen Jacken und Mützen ausgestattet auf den Burghof. Nicole Rohden, Leiterin der Jugendherberge Freusburg, heißt die kleinen und großen Gäste des Familien-Adventswochenendes mit einem heißen Adventspunsch willkommen. In Feuerkörben lodern die Flammen und tauchen die Burg in warmes Licht. „Schon in diesem Moment war der Alltag ganz weit weg und ich habe mich gefreut wie ein Kind“, erzählt Farina Nolte.

Am nächsten Morgen sind alle früh auf den Beinen, denn heute steht die Weihnachtsbäckerei auf dem Programm. Aber erst wird gemütlich gefrühstückt. Anschließend werden die Schürzen umgebunden und die Ärmel hochgekrempelt. Eifrig wird der Teig geknetet, ausgerollt und die ersten Plätzchen geformt. Dabei werden Lieblingsrezepte ausgetauscht und natürlich auch das Lied von der Weihnachtsbäckerei gesungen. Laut tönt es: „Wo ist das Rezept geblieben, von den Plätzchen, die wir lieben. Wer hat das Rezept … versteckt.“

Die Zeit vergeht wie im Fluge. Schon heißt es: „Das Mittagessen ist fertig!“ Anstelle von Dinkelbrei oder Brotsuppe wie im Mittelalter gibt es im historischen Rittersaal heute ein reichhaltiges Büfett mit vielen leckeren, kindgerechten Gerichten. „Hier war wirklich für alle etwas dabei“, erzählt Farina Nolte begeistert.

Am Nachmittag werden die köstlich duftenden Weihnachtsplätzchen fantasievoll dekoriert. Dazu stehen kleine Schalen mit vielen bunten Streuseln, Zuckerguss und Schokostreuseln bereit. „Sieht das nicht toll aus?“ Maja präsentiert stolz ihre Werke. „Puh, backen ist aber auch ganz schön anstrengend“, erklärt sie. Gut, dass auf die fleißigen Bäcker und Bäckerinnen schon Kakao, Kaffee, Kuchen und Glühpunsch warten. Und während sie sich stärken, lauschen alle gespannt einer Weihnachtsgeschichte, erzählt von der „Märchenfee“ der Jugendherberge.

Weihnachten kann kommen

Nach einem ausgiebigen Brunch am Sonntagmorgen heißt es dann schon wieder Abschied nehmen. „Es war rundum weihnachtlich“, sind sich alle einig. Jetzt geht es zurück nach Hause. „Aber wir kommen bestimmt wieder. Wir haben schon gesehen, dass die Jugendherberge Freusburg auch ein Ritter-Powerwochenende für Familien anbietet – das ist schon so gut wie gebucht!“