Verborgene Schätze

Malerische Tropfsteinhöhlen, geheimnisvolle Gänge, stillgelegte Stollen und mystische Tunnel: Auch unter Tage lauern viele atemberaubende Entdeckerabenteuer, die oft nur einen Steinwurf von Jugendherbergen entfernt liegen. Wir bringen Licht ins Dunkel und stellen 15 unterirdisch gute Ziele von Nord bis Süd vor.

 

U-Boot-Museum Sassnitz

Sie haben immer schon davon geträumt, einmal ein echtes U-Boot zu betreten? Auf der Insel Rügen wird dieser Unterwasser-Traum wahr: Im Sassnitzer Hafen liegt mit der „HMS Otus–S18“ nämlich ein echtes, ausgemustertes britisches U-Boot im Wasser, das stolze 28 Jahre lang in den Weltmeeren im Einsatz war. Besichtigen Sie das spektakuläre Unterwassergefährt, das bis auf 300 Meter Tiefe durch die Meere tauchte, und erfahren Sie jede Menge über das Leben der bis zu 68-köpfigen Besatzung.

Bester Ausgangspunkt: die direkt am Ostseestrand gelegene Jugendherberge Prora.

Unterirdischer Zoo Osnabrück

Erdhummeln, Nacktmulle, Coruros & Co. – Tiere, die wir im Alltag kaum zu Gesicht bekommen. Der Grund liegt auf der Hand: Diese Erdbewohner ziehen sich lieber in unterirdische Höhlen, Gänge und Nester zurück. Im 500 Quadratmeter großen Unterirdischen Zoo Osnabrück können Besucher genau diese – fürs menschliche Auge sonst kaum sichtbare – Tierwelt betreten. In der Fledermausgrotte, dem nachempfundenen mittelalterlichen Osnabrücker Abwasserkanal, im Drei-Seiten-Kino und an Computer- und Hörstationen erleben große und kleine Forscher, wie die Tiere in der Dunkelheit des Erdreichs zurechtkommen.

Bester Ausgangspunkt: die Jugendherberge Osnabrück, die kürzlich renoviert worden ist, liegt nur wenige Minuten Fußweg vom Zoo entfernt.

Schauhöhle Heimkehle Kelbra

Der Südharzer Sulfatkarst beherbergt ca. 200 Höhlen. Eine der 
bekanntesten ist die Heimkehle. Was sie auszeichnet? Mit rund zwei Kilometern zählt sie zu den längsten ihrer Art. Besonders ist auch, dass die Heimkehle eine Laughöhle ist: Sie entstand 
im Laufe der Jahrtausende, als der Sulfatkarst durch Wasser ausgelöst wurde. Heute kann die Höhle zwischen Mai und Oktober besucht werden: Der Weg umfasst 750 Meter und führt entlang einiger glasklarer, blauer Seen über den kleinen zum großen Dom. Eine unvergessliche Untertagewanderung!

Bester Ausgangspunkt: die Jugendherberge Kelbra am nördlichen Waldrand des für seine Höhlen berühmten Kyffhäusergebirges.

Bergbaumuseum Oelsnitz

Der Steinkohleabbau hat hierzulande lange Tradition. Doch nur an wenigen Orten wird die Geschichte der schwarzen Diamanten so toll vermittelt wie im Bergbaumuseum Oelsnitz am Rande des Erzgebirges. Nutzen Sie die Chance und erleben Sie im Anschauungsbergwerk die schwere Arbeit der Kohlekumpel hautnah. Bewegen Sie die Abbau- und Fördermaschine mit eigenen Händen und besichtigen Sie die größte, noch funktionsfähige Dampfmaschine Sachsens. Aufgepasst: Wegen Sanierungsarbeiten öffnet das Museum erst im April 2020 wieder seine Türen.

Bester Ausgangspunkt: die Jugendherberge Homersdorf, idyllisch gelegen in einer der waldreichsten Regionen des Westerzgebirges.

Wuppertals stillgelegte Tunnel

Dort spazieren gehen, wo einst Güterzüge durch das Bergmassiv donnerten: In Wuppertal, der größten Stadt im Bergischen Land, wird dieser Untertagetraum wahr. Nur mit Stirnlampe ausgestattet auf den Schienen balancierend, den feuchten Geruch in der Nase, tauchen Sie hier ab in eine Welt, die dem menschlichen Auge sonst verborgen bleibt.

Bester Ausgangspunkt: Die Jugendherberge Wuppertal, denn die hat mit der „Nervenkitzel Tunneltour“ (2 Ü/1 × VP, 1 × HP, ab 8 Jahre) gleich das ideale Programm für Sport-, Familien- und Freizeitgruppen (ab zehn Personen) am Start.

Saalfelder Feengrotten

Sie gelten als „Thüringens Wunder tief im Berg“: die Saalfelder Feengrotten. Entstanden aus einem ehemaligen Bergwerk ist die farbenreiche Untertagewelt nach ihrer Wiederentdeckung vor rund 100 Jahren heute Anziehungspunkt für Menschen aus aller Welt, die das Naturspektakel bestaunen, Grubenluft schnuppern oder im Naturheilstollen entspannen wollen. Kleine Entdecker freuen sich auf den Abenteuerwald „Feenweltchen“ und gehen im Erlebnismuseum „Grottoneum“ auf Schatzsuche. Ein tolles Erlebnis ist die Taschenlampentour, bei der es mit Grubenhelm und Stirnlampe auf teils unbeleuchteten Strecken durch die schmalen Stollen und Gänge geht, in denen die Bergleute früher den schwarzen Alaunschiefer abbauten.

Bester Ausgangspunkt: die idyllisch gelegene, von Hunderten Teichen umgebene Jugendherberge Plothen.

„Mark Twain“-Geheimgang auf Burg Dilsberg

Ein unterirdischer Geheimgang unter der Burgfeste Dilsberg, der hinunter bis ins Tal führt? Dieser Ort, von dem US-Autor Mark Twain in seinem Buch „Bummel durch Europa“ (1880) schrieb, löste Anfang des 20. Jahrhunderts eine wahre Schatzjagd aus. Letztlich entpuppte sich der sagenumwobene Tunnel als 78 Meter langer Brunnen-
stollen unterhalb der Burg, der verschüttet worden war. Mittlerweile ist dieser wieder freigelegt worden und kann in den Sommermonaten besichtigt werden.

Bester Ausgangspunkt: die Jugendherberge Neckargemünd-Dilsberg, die Teil der Stadtmauer des mittelalterlichen Bergdorfs Dilsberg ist. Übrigens: Das Haus wird im November nach umfassenden Umbauarbeiten neu eröffnet.

Berliner Unterwelten – Fluchttunnel

Ob durch in den Sand gegrabene Tunnel oder durch die Kanalisation – nachdem das SED-Regime '61 die Berliner Mauer errichtet hatte, gab es viele Versuche, die tödlichen Sperranlagen zwischen Ost- und West-Berlin zu überwinden. Über 300 DDR-Bürgern gelang so der unterirdische Weg in die Freiheit. Genau von diesen Geschichten erzählen die Berliner Unterwelten in „Tour M – unterirdisch in die Freiheit“, bei der es für zwei Stunden auf über- und unterirdische Entdeckungstour durch die Hauptstadt geht. Dabei werden u. a. zwei der spektakulärsten Projekte – „Tunnel 29“ und „Tunnel 57“ – thematisiert.

Bester Ausgangspunkt: die Jugendherberge Berlin-International im Herzen der Hauptstadt.

19-Lachter-Stollen

Über Jahrhunderte war der Silberbergbau einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Oberharz. Ohne Wasserlösungsstollen wie ihn, wäre dies unmöglich gewesen: der 19-Lachter-Stollen. Auf einer Länge von ca. neun Kilometern diente er dazu, Wasser aus höher gelegenen Gruben abzuleiten. Heute kann man den Stollen, der Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Oberharzer Wasserwirtschaft ist, wieder betreten – eine tolle Chance, die Arbeit unter Tage zu erleben. Ein Highlight für Kids: die Abenteuerführungen inklusive Bergbau- und Pochdiplom.

Bester Ausgangspunkt: die auf einem Hochplateau gelegene Jugendherberge Hahnenklee-Bockswiese.

Atta-Höhle Attendorn

Ein Labyrinth aus wundervoll geformten Tropfsteinen und kunstvoll gewachsenen Stalagmiten und Stalaktiten: Was die Steinbrucharbeiter nach den Sprengungen 1907 hinter der Staubwolke im Fels entdeckten, verschlug ihnen den Atem. Nach Millionen von Jahren war dies das erste Mal, dass die Atta-Höhle von Menschen betreten wurde. Heute lockt eine der schönsten Tropfsteinhöhlen des Landes jedes Jahr bis zu 200.000 staunende Besucher ins Sauerland. Und als wäre das nicht genug, reift hier in den Millionen Jahre alten Höhlen der berühmte Atta-Käse, eine echte Spezialität.

Bester Ausgangspunkt: die ca. 14 Kilometer entfernte Jugendherberge Biggesee, die idyllisch im Wald und fußläufig zur größten Talsperre Westfalens gelegen ist.

Regierungsbunker Ahrweiler

Wo finden wir bei einer atomaren Krise Zuflucht? Eine Frage, der sich die Bundesregierung nach Ende des 2. Weltkriegs stellen musste. Die Lösung fand man unterhalb der Weinberge und Wälder an der Ahr: Stillgelegte Tunnelanlagen, die im Krieg als Produktionsstätte für mobile Abschussrampen genutzt worden waren, boten perfekte Bedingungen, um dort einen Bunker zu errichten. Dieser sollte zum einen vor Angriffen mit atomaren Waffen schützen, zum anderen eine autarke Versorgung mit elektrischer Energie, Frischluft und Trinkwasser garantieren. Unter strengster Geheimhaltung begann 1962 der Ausbau, 1971 wurde die Anlage mit 936 Schlafzimmern und 897 Büroräumen fertiggestellt. Heute hat „Ahrweiler“ seine atombombensicheren Tore als Museum geöffnet.

Bester Ausgangspunkt: die Jugendherberge Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Homburger Schlossberghöhlen

Sie sind nicht nur farbenfroh und wunderschön, sie erzählen auch eine bewegte Geschichte: die Schlossberghöhlen unter den Ruinen der Vauban-Festung Homburg. Einst von Menschenhand erbaut, um Sand für die Glasherstellung zu 
gewinnen, gerieten ihre Eingänge Anfang des 19. Jahrhunderts in Vergessenheit, bis Kinder sie in den 30er-Jahren wiederentdeckten. Im 2. Weltkrieg dienten sie der Bevölkerung als Schutzraum. Heute sind Europas größte Buntsandsteinhöhlen und ihre geheimnisvollen Gänge und Kuppelhallen einer der Besuchermagneten im Saarland. Sie können von Februar bis November besichtigt werden.

Der beste Ausgangspunkt: die Jugendherberge Homburg in einer der pulsierendsten Städte der Saarpfalz.

Kubacher Kristallhöhle

Bereit für eine erdgeschichtliche Zeitreise? Dann auf in den Taunus. Am Nordrand des Mittelgebirges, genauer gesagt etwa 50 bis 70 Meter unter der Erdoberfläche, liegt sie, umgeben von 350 Millionen Jahre altem Kalkstein, verborgen: die Kubacher Kristallhöhle – geschmückt mit unzähligen funkelnden Kristallen und Perltropfsteinen. Entstanden ist die mit 30 Metern Höhe höchste Schau- und einzige Calcitkristallhöhle Deutschlands in der Eiszeit. Heute kann sie von März bis Mitte November besichtigt werden.

Der beste Ausgangspunkt: die besonders für Musikgruppen geeignete Jugendherberge Weilburg am Rande der Musikstadt Weilburg.

Katakomben Bayreuth

Experten vermuten, dass sie zwischen dem 15. und 19. Jahrhundert in den Sandstein getrieben wurden: die Felsenkeller von Bayreuth. Während sie anfangs noch als Erkundungsstollen auf der Suche nach Erz dienten, wurden sie bald ausgebaut und als Lagerraum genutzt – aufgrund ihrer kühlen Temperaturen von etwa zehn Grad Celsius vor allem für Bier. Im 2. Weltkrieg diente die „Stadt unter der Stadt“ als Schutz- und Fluchtanlage. Der bis heute faszinierende Ort mit dem Charme einer schier endlosen Gruft kann täglich auf dem Gelände der Bayreuther Bierbrauerei besichtigt werden.


Bester Ausgangspunkt: die moderne Jugendherberge Bayreuth, nur zehn Minuten Fahrt vom Brauereigelände entfernt.