Urlaub in der Jugendherberge Eisenach

24 Trip nach Eisenach und in die Jugendherberge

24 Stunden unbekanntes Terrain. Was anstellen mit der Zeit?

Klar, das Reformationswissen auffrischen, schließlich feierte das thüringische Städtchen mit seiner berühmten Wartburg zuletzt das Lutherjahr. Rund 500 Jahre ist es her, dass Martin Luther seine 95 Thesen veröffentlichte und damit den Startschuss zu einer völlig neuen, reformierten Glaubenswelt gab.

Aber was mich mindestens genauso interessiert: Was gibt es neben Luther in Eisenach noch zu entdecken? Und was eignet sich vor allem für Familien?


Spannendes Eisenach

Historisch oder kulturell bedeutsame Städte haben immer ein Aushängeschild. Aber dahinter wartet in der Regel noch einiges mehr, was nicht im Reiseführer steht. Gibt es in Eisenach auch mehr als Luther?

Um das zu beantworten habe ich für meine 24 Stunden in Eisenach nicht nur ein Zimmer in der Jugendherberge reserviert. Ich habe auch ein Treffen mit einer Frau verabredet, die besser als jede andere weiß, wo man in Eisenach und Umgebung etwas unternehmen kann:

Caroline Müller vom Cityblog „Der Zauberer von Ost“. Gemeinsam mit Marie Helene Anschütz schreibt sie dort seit inzwischen einem Jahr über das Stadtgeschehen in Eisenach, sammelt Ausgehtipps fürs Wochenende und stellt Menschen vor, die in der Lutherstadt etwas bewegen. 


Von der Jugendherberge in die City Eisenach

Caro und ich sind am frühen Nachmittag verabredet, ich komme bereits am Vormittag in der Stadt an. Der Bahnhof liegt nah am Karlsplatz, auf dem mich – natürlich – Luther als große Statue willkommen heißt.

Die Wartburg konnte ich auch schon nach wenigen Schritten aus dem Bahnhof heraus erspähen. Sie weist mir den Weg in Richtung der Jugendherberge (Mariental 24), die im Villen-Stadtteil Marienhöhe untergebracht ist.

Ich laufe den Weg von gut 2 Kilometern, wer schneller sein möchte, kann aber auch den Bus der Linie 3 und 10 nehmen.


Eisenach wir kommen!

Kurzes Einchecken bei Herbergsleiter Michael Hoppe inmitten vom Klassenfahrtstrubel, dann stiefle ich bereits wieder in die Richtung zurück aus der ich gekommen war – in die Altstadt.

Mein Vorhaben: Einen guten Kaffee trinken, aus einer italienischen Maschine am liebsten. Bekanntlich ist ja aber der Weg das Ziel. Daher lege ich beim Vorbeigehen einen Stopp an der Wandelhalle ein.

Direkt hinter der Wandelhalle liegt der Karthausgarten, eine Parkanlage nach englischem Vorbild. Das Wichtigste dort: Ihr habt einen Panoramablick über die Dächer der Innenstadt hinweg rüber zur Wartburg. Im Sommer muss das ein traumhaftes Fleckchen Grün sein, das kann ich bereits trotz winterkahler Büsche und Bäume erahnen.

 


Kaffeepause!

Zurück zum Kaffee. Diese Mission erweist sich als gar nicht so einfach.

Zwar gibt es einige Gastronomien, gerade am Karlsplatz und rund um die Fußgängerzone, aber ein wirklich gemütliches Plätzchen kann ich zunächst nicht finden. Irgendwann komme ich dann aber am Refugium vorbei, einem klitzekleinen Café vis à vis zum Bachhaus, nur fünf Tische, einer umfangreichen Tee- und Kaffeekarte, Biobauernhofeis und kleiner Mittagskarte. Das Besondere an diesem schnuckligen Ort: im hinteren Teil befindet sich ein Stuhlflechterei.

Die Zwischentür steht offen und ich kann Inhaberin Hilde bei ihrer Arbeit beobachten. Einen guten Milchkaffee und ein Ziegenkäse-Toast auf Feldsalat später bin ich bestens gestärkt und laufe in die Georgenstraße, um Caro und ihre eineinhalbjährige Tochter abzuholen.


Eisenach persönlich

Bei Caro angekommen frag ich sie gleich mal, ob es tatsächlich keine kleinen Cafés in Eisenach gibt oder ich sie einfach nicht finden konnte.

„Das ist in der Tat eine große Lücke hier in der Stadt, aber demnächst soll in der Querstraße eines aufmachen. Und das Refugium, das hätte ich Dir auch ans Herz gelegt, Hilde betreibt das wirklich ganz toll.“ Ja, Caro kennt Eisenacher Ladenbesitzer, Gastronomen und Museumsmitarbeiter beim Vornamen, das wird in diesem Moment und später auch auf unserem Weg durch die Innenstadt deutlich. Alle paar Meter bleibt sie stehen, grüßt jemanden, hält ein kleines Pläuschchen. Dass sie erst drei Jahre in der Stadt ist, kann ich kaum glauben.

„Das ist das Schöne an Eisenach“, kommentiert sie. „Man ist mit vielen Menschen bekannt, hat nie Angst um seine Kinder und ist schnell vernetzt.“


Mit Kindern in Eisenach

Apropos Kinder, was kann man denn mit Kindern anstellen, wenn man mal in Eisenach ist?

„Oh, eine ganze Menge, vor allem in der direkten Umgebung von Eisenach. Das Waldschwimmbad in Ruhla ist im Sommer beispielsweise ein wunderbarer Ort für Familien.

Ein echter Geheimtipp ist außerdem der Biohof in Wilhelmsglücksbrunn. Dort gibt es einige Tiere, einen Teich, eine kleine Gastronomie und einen Biohofladen. Wandermöglichkeiten gibt zudem sehr viele in und um Eisenach. Von der Jugendherberge aus beispielsweise gar kein Problem.“


Von der Jugendherberge direkt in die Natur

Oh ja, vor der Jugendherberge starten in der Tat viele Wander- und Radwege, das hatte ich bei meiner Ankunft auch schon gesehen. Gibt´s einen besonders schönen?

„Der Weg hoch zum Burschenschaftsdenkmal ist phantastisch“, sagt Caro. „Man läuft den Panoramaweg entlang, durch die Drachenschlucht hoch zum Berghotel.“

Drachenschlucht? Den Begriff hatte ich doch schon einmal heute gehört. Ich überlege… Genau, Herbergsleiter Michael Hoppe hatte davon als echtes Highlight nah der Jugendherberge gesprochen. Na, dann muss ja wirklich etwas dran sein.


Hm. Lecker. Eisenacher Eismanufaktur

Caro und ich schlendern über den Marktplatz zur Eismanufaktur. Für die Eisenacherin ein absoluter Top Tipp, wenn man ein Schleckermäulchen ist.

Wir bestellen uns je eine Kugel – ich nehme sie in der hausgebackenen Schoko-Waffel. Wie ist Eisenach denn sonst so kulinarisch aufgestellt, will ich von Caro wissen? „Spezialität ist natürlich die Thüringer Rostbratwurst, die beste auf die Hand gibt’s beim grünen mobilen Verkaufsstand in der Karlstraße. Ein besonders kinderfreundliches griechisches Restaurant ist das Delphi, da kann man als Familie prima hingehen. Wenn es mal richtig chic sein soll, empfehle ich die Turmschänke.“

Wir spazieren weiter, Caro will mir das Handtuch, auch bekannt als „Schmales Haus Eisenach“, zeigen. Wir finden es am Johannisplatz. 2,50 Meter breit ist es, 20 Quadratmeter Grundfläche auf zwei Stockwerke verteilt. Und ja, es ist bewohnt. 


Caros Tipps für Eisenach & Umgebung

Besonders ideal mit Kindern:


Tipps für Eisenach vom Team der Jugendherberge

Natürlich habe ich mich auch bei Michael Hoppe und seinem Team umgehört, was ihre Lieblingsorte in Eisenach sind.

Und egal wen ich fragte, ich bekam immer einen Tipp in unmittelbarer Umgebung zur Jugendherberge Eisenach: das kroatische Restaurant Sophienaue. Atmosphäre und Speisen sollen dort hervorragend sein. Vielleicht probiert Ihr es ja mal aus?!

Übrigens: hier findet ihr die JUGENDHERBERGE EISENACH

Hostelling International - Weltverband von mehr als 3.000 Jugendherbergen weltweit