Wie viel Abenteuer steckt in einer Fahrradtour mit Kindern? Und wie gut lassen sich Bewegung, Naturerlebnis, Familienzeit und nachhaltiges Reisen unter einen Helm bringen? Wir wollten es wissen – und haben uns als Familie mit zwei Jungs auf eine mehrtägige Radreise entlang des Elberadwegs gemacht. 

Unsere Route führte uns durch Sachsen – von Bad Schandau über Dresden bis nach Strehla. Immer mit dabei: unsere Gravel Bikes, jede Menge gute Laune und drei Jugendherbergen, die uns unterwegs mehr boten als nur ein Dach über dem Kopf.


Anreise mit der Bahn: Nachhaltig unterwegs von Anfang an

Für unsere Anreise entschieden wir uns bewusst für die Bahn. Umweltfreundlich, stressarm (meistens) und mit der Möglichkeit, auch Fahrräder mitzuführen. Der wichtigste Tipp vorab: Frühzeitig buchen! Denn Fahrradstellplätze in Fernzügen wie ICE und IC sind begrenzt und müssen im Voraus reserviert werden.

Unsere Reise begann in Bad Schandau, im Herzen der Sächsischen Schweiz. Von dort wollten wir der Elbe folgen, durch malerische Flusslandschaften, barocke Städte und urige Dörfer, begleitet vom ständigen Plätschern des Flusses und vom Klang unserer freudigen Kinderstimmen – meistens jedenfalls.

Abendstimmung an der Bastei – Der erste kleine Umweg

Schon der erste Abend brachte ein ungeplantes Highlight: Die Sonne stand tief, als wir in der Stadt Wehlen aus dem Zug stiegen und mit der Fähre übersetzten. Spontan entschieden wir, zur Bastei-Brücke hochzuwandern – einer Ikone des Elbsandsteingebirges. Die Fahrräder ließen wir unten zurück, denn der Weg führte über steile Treppen.

Oben angekommen: Stille. Keine Touristen. Nur wir, unsere Jungs und diese sagenhafte Aussicht auf die bizarren Felsen und die dahinter versinkende Sonne. Für Melanie und mich war das ein Moment voller Erinnerungen an unsere eigene Kindheit und für unsere Kinder ein erstes kleines Abenteuer auf dieser Reise.

Nachtquartier mit Charme: Jugendherberge Bad Schandau

Als wir später im Dunkeln in der JUGENDHERBERGE BAD SCHANDAU ankamen, war es bereits spät. Dank Schlüsselbox kamen wir problemlos ins Gebäude, verstauten die Räder im Fahrradraum und fielen erschöpft, aber glücklich in die Betten.

Am nächsten Morgen erkundeten wir die Herberge bei Tageslicht: Zwei liebevoll erhaltene Altbauten mit Mehrbettzimmern, gepflegten Gemeinschaftsbädern und einem Frühstücksraum mit historischem Gewölbe. Besonders praktisch: Der abschließbare Fahrradraum, ein Werkzeugset für kleinere Reparaturen und der große Innenhof, in dem sich Kinder auch mal austoben konnten, während wir Eltern den zweiten Kaffee genossen.

Das Frühstück? Reichhaltig, frisch und absolut familientauglich: Müsli, Brötchen, Aufstriche, Aufschnitt, Tee, Saft und natürlich Kakao für die Kleinen. So gestärkt konnten wir den ersten vollen Radtag angehen.

 

Elberadweg: Fähren, Festung Königstein und Kirschbäume

Hinter Bad Schandau radelten wir elbabwärts. Es ging vorbei am historischen Personenaufzug Bad Schandau, an idyllischen Dörfern und über kleine Fähren von Ufer zu Ufer. Und dann erschien sie am Horizont: die mächtige Festung Königstein, auf einem Tafelberg thronend – unser Ziel für die nächste Pause.

Doch bevor wir den Anstieg in Angriff nahmen, gab es eine Stärkung im Biergarten: Fassbrause, Latte Macchiato und Eis direkt an der Elbe – ein typischer Elberadwegmoment. Der Aufstieg zur Festung war sportlich, aber mit ein wenig Geduld und mehreren „Guck mal, da oben“-Pausen auch für Kinder gut machbar. Die Festung selbst ist ein echtes Familienerlebnis: Weite Ausblicke, mittelalterliche Mauern, ein riesiger Festungswall und interaktive Stationen, die Geschichte lebendig machen. Wieder zurück am Elberadweg, entdeckten wir zwei voll behangene Kirschbäume – ein spontaner Halt mit klebrigen Fingern und leuchtenden Augen.
 

Freibad-Glück und Großstadtgefühl in Dresden

Nach einem langen, aber abwechslungsreichen Tag machten wir Halt im Freibad Wostra – ideal am Elberadweg gelegen. Die Jungs stürzten sich vom 5-Meter-Turm, wir Eltern genossen die Schattenplätze auf der Liegewiese. Hier fühlte sich der Elberadweg plötzlich nach Sommerferien pur an. 

Kurz danach erreichten wir unser zweites Quartier: die JUGENDHERBERGE DRESDEN. Zentrale Lage, freundlicher Empfang, sichere Fahrradgarage und vor allem: ein großes Plus in Sachen Nachhaltigkeit und Familienfreundlichkeit. Unser Familienzimmer war komfortabel, mit eigenem Bad, Einzelbetten und Stauraum für alle Taschen. Das Abendessen überraschte mit einem vegetarischen Buffet, leckeren Beilagen und selbst gezapften Getränken – unkompliziert, modern und kindgerecht. Am Abend liefen wir noch zur Filmnacht am Elbufer. Der Blick auf die Altstadt, das Flimmern der Leinwand und drei Heißluftballons über der Elbe – ein perfekter Abschluss für diesen Tag.

Zwischen Kultur, Kuchen und Kopfsteinpflaster: Meißen ruft

Nach einem weiteren tollen Frühstück ging es weiter in Richtung Meißen. Der Gegenwind zwischen Radebeul und Coswig machte die Fahrt anspruchsvoll – aber lohnend. Im Café Brot & Ehre in der Meißner Altstadt belohnten wir uns mit original sächsischer Eierschecke – weil: Dafür fährt man ja schließlich Fahrrad!

Der Aufstieg zur Albrechtsburg war holprig (Vorsicht, Kopfsteinpflaster!), aber oben erwartete uns ein spannender Rundgang mit „Histopads“, die Geschichte zum Wischen und Entdecken boten ein Riesenspaß für die Kinder.

Finale in Strehla: Abkühlung und Mühlenflair

Die letzte Etappe führte uns über Riesa weiter flussabwärts bis Strehla. Vor dem Ziel: nochmal baden im charmanten Nixenbad Strehla, mit Rutsche, Spaßbecken und sommerlicher Atmosphäre. Nur wenige Minuten später erreichten wir die JUGEDNHERBERGE STREHLA, untergebracht in einer ehemaligen Windmühle. Ein echtes Schmuckstück mit besonderem Flair. Das Highlight: Wer möchte, kann im runden Mühlenturm übernachten.

Auch hier: ein freundliches Willkommen, ein gepflegtes Zimmer, gutes Essen und viel Platz zum Toben im Außenbereich mit Volleyballfeld und Fußballwiese. Die Nähe zum Elberadweg und zum Freibad macht die Jugendherberge Strehla zum idealen Etappenstopp – vor allem für Familien mit Kindern.

Unser Fazit: Jugendherbergen als perfekte Partner für Radreisende Familien

Wir haben auf unserer Reise drei sehr unterschiedliche, aber durchweg familienfreundliche Jugendherbergen erlebt – jede mit ihrem eigenen Charme, aber alle mit ähnlichen Stärken:

• Sichere Fahrradaufbewahrung
• Gutes, kindgerechtes Essen
• Familiäre Atmosphäre und großzügige Gemeinschaftsräume
• Günstige Preise bei viel Service
• Flexibilität bei Anreisezeiten & Zimmeraufteilung

Ob im historischen Gewölbe in Bad Schandau, mitten in der Stadt in Dresden oder im Mühlenturm in Strehla: Die Jugendherbergen waren ein zentraler Teil unseres Abenteuers – nicht nur Übernachtungsorte, sondern Erlebnisorte.

Der Elberadweg – ideal für Familien

Der Elberadweg in Sachsen hat uns begeistert: gut ausgebaut, abwechslungsreich und gespickt mit Erlebnisstationen, Burgen, Freibädern, Cafés und Naturmomenten. Dank moderater Steigungen und guter Infrastruktur eignet er sich hervorragend für Familien mit Kindern.

Mit den Jugendherbergen entlang der Route als „Basislager“ wird die Reise einfach, sicher und komfortabel. Für uns war diese Etappe nur der Anfang. Der Elberadweg führt weiter – durch Brandenburg, Sachsen-Anhalt bis nach Hamburg. Und wer weiß: Vielleicht machen wir demnächst einfach weiter. Mit Fahrrädern, mit Kindern und wieder mit Jugendherbergen.


Zum Autor und seiner Familie

Fravely.de ist ein Reiseblog für aktive Familien, die gemeinsam echte Abenteuer erleben wollen – abseits der klassischen Touristenpfade.

Hinter Fravely steht Thomas Ludwig, Familienvater, Outdoor-Enthusiast und Geschichtenerzähler mit Kamera und Herz. Gemeinsam mit seiner Frau Melanie und den Kindern Flo und Ben erkundet er die Welt auf eigene Faust – ob beim Klettern, Wandern, Campen oder Roadtrippen.

Seine Erlebnisse teilt er authentisch, inspirierend und immer mit vielen praktischen Tipps für andere Familien, die das Reisen genauso lieben wie er.

Fahrradtour an der Elbe

von Bad Schandau bis Torgau

343,00 €

3 Ü/VP, 3 Ü/HP, p. Pers.

22.03.-28.03.2026
19.04.-25.04.2026
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