Familienauszeit in Garmisch-Partenkirchen
Raus aus dem Alltag, rauf auf den Berg
Schneebedeckte Gipfel, imposante Gebirgsmassive, tosende Wasserfälle, türkisblaue Seen – die Alpen bieten die Kulisse für Abenteuerferien wie aus dem Bilderbuch. Den perfekten Ausgangspunkt dafür findet ihr in den Jugendherbergen. So wie Familie Koch, die wir auf ihrer Familienauszeit in der Jugendherberge Garmisch-Partenkirchen begleiten durften.

Einfach mal wieder raus aus dem Alltag! Die Pflichten und Sorgen hinter sich lassen. Die Batterien aufladen. Und am liebsten von früh bis spät an der frischen Luft sein. „Als Familie lieben wir solche kleinen Wochenendfluchten. Und die Jugendherbergen sind dafür einfach das perfekte Ziel“, erzählt Nathanael, als wir ihn an einem frühen Samstagmorgen in der Jugendherberge Garmisch-Partenkirchen treffen.
Der zweifache Familienvater, seine Frau Kathrin und die Söhne Josua (5) und Silas (3) sind bereits am Vorabend aus Stuttgart angereist – und freuen sich nun auf ein echtes bairisches Frühstück. Da sind sie in der Jugendherberge genau richtig: Laugengebäck, Obst und Joghurt, Bergkäse und -milch – rasch sind die Teller am Büfett gefüllt.

„Seht mal, man kann auch draußen frühstücken“, freut sich Mama Kathrin, als sie die Loungemöbel auf der Sonnenterrasse entdeckt. Perfekt: Im Anschluss können Silas und Josua hier in Sichtweite ihrer Eltern mit anderen Kids das Klettergerüst erobern. Kathrin und Nathanael genießen derweil noch eine Minute für sich.
Das Paar erwartet bald sein drittes Kind. „Noch ein Grund, warum wir vier diese Auszeit so genießen“, erzählt Kathrin. „Die Jungs freuen sich sehr auf ihr Brüderchen, aber na klar, wird sich unser Familienleben dann auch noch einmal verändern.“
Woran sich sicher nichts ändern wird, ist die Entdeckerlust der Kochs: „Unsere Söhne besuchen beide den Waldkindergarten und lieben es, sich draußen auszutoben.“

In der Jugendherberge Garmisch-Partenkirchen – umgeben von den Ammergauer Alpen, dem Ester- und dem Wettersteingebirge – haben die Kochs das perfekte Ziel für ihre Outdoor-Lust gefunden. „Es gibt hier so viel zu entdecken, dass wir gar nicht wissen, womit wir starten sollen“, schmunzelt Nathanael. Kein Problem, Helga Bläser vom Team der Jugendherberge hilft an der Rezeption gern weiter: „Mit Blick auf das wechselhafte Wetter heute würde ich euch vorschlagen, dass ihr in der Früh zur Burgruine Werdenfels wandert“, schlägt Helga vor. „Und falls heute Mittag tatsächlich der Regen kommt, könnt ihr noch einen Stopp in der Partnachklamm einplanen – die ist bei jedem Wetter einen Besuch wert. Und wenn dann morgen erst mal wieder die Sonne scheint, ach, da gibt es noch so viel mehr zu entdecken …“
Eine Ruine? Die Jungs sind Feuer und Flamme. „Ich will mein Fernrohr mitnehmen!“, ruft Silas. Und Josua schnappt sich sein Naturentdeckerglas: „Passt das noch in den Rucksack?“ Na klar! Außerdem wandern noch die Lunchtüten der Jugendherberge, Sonnencreme und ein Regenschirm hinein – sicher ist sicher. Los geht’s!

Nach wenigen Minuten Autofahrt erreichen die Kochs ihr Ziel: Der auf 845 Meter Höhe gelegene Pflegersee glitzert im Sonnenlicht. Gleich dahinter ragen Berggipfel in den Himmel. Bienen summen. Die Bergblumen duften. In diesem perfekten Postkartenmotiv beginnt der 30-minütige Spazierwanderweg zur Burgruine Werdenfels, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Mit ihren Bergschuhen und dem Fernrohr ausgestattet, sind Josua und Silas kaum zu stoppen. „Kommt schon, Mama und Papa!“
Schon nach wenigen Metern durch den Wald haben die beiden eine erste Entdeckung gemacht: einen Ameisenhügel. Typisch für die Lage im Dickicht ist dieser hoch und steil erbaut. „Je größer die Oberfläche des Ameisenhaufens, umso mehr Sonne und Wärme kann er einfangen“, erklärt Nathanael den Jungs. „Die besondere Bauweise trägt also dazu bei, dass es im Ameisenhügel immer kuschelig warm ist.“ „Gibt’s hier eigentlich auch Hirsche?“, fragt Josua, als die Vier ihre Wanderung fortsetzen. „Bestimmt“, nickt Kathrin, „aber um die zu entdecken, müssen wir mal kurz ganz still sein.“

Auf leisen Sohlen durch den Wald schleichen? Das gelingt den Jungs nur kurz, denn dann läuft – besser gesagt: kriecht – ihnen schon der nächste Bergbewohner über den Weg: eine Weinbergschnecke. „Die sehen viel cooler aus als die Nacktschnecken, die immer bei uns im Garten sind, wenn es regnet“, findet Silas. „Apropos Regen“, blickt Mama Kathrin skeptisch in den Himmel. „Ich befürchte, wir müssen uns beeilen. Der Himmel zieht sich zu.“
Zum Glück ist der Weg nicht mehr weit! Ein kurzes Stück den Berg hinab und anschließend wieder hinauf, entdecken Josua und Silas mit dem Fernrohr bereits die ersten verfallenen Mauern. Weiter geht es, vorbei an der malerisch gelegenen Werdenfelser Hütte und einer Herde zotteliger Bergschafe, die den Kochs neugierige Blicke zuwerfen. Zuletzt muss die Familie nur noch die eng gewundenen, von dichtem Wurzelwerk überzogenen Stufen erklimmen, schon steht sie inmitten der alten Burgruine.

„Wo ist denn das Dach hin?“, fragt Josua, während er mit seinem Papa durch die Torbögen spaziert. „Die Burg ist uralt“, erklärt Nathanael. „Weil hier schon lange niemand mehr wohnt, ist sie irgendwann in sich zusammengefallen. Aber weißt du, so ganz ohne Dach haben wir eine noch bessere Aussicht von hier oben.“
Tatsächlich erstreckt sich der Blick bis weit ins Umland – der ideale Ort für eine Pause. Und genau der richtige Moment, um die Lunchpakete auszupacken. „Da vorne, da ist die Skisprungschanze“, freut sich Silas. „Und dort hinten ist die Zugspitze“, erklärt Kathrin. „Ach und schaut mal, ist das dort unten nicht die Jugendherberge?“

Ehe es dorthin zurückgeht, freuen sich die Kochs aber erst noch auf einen Alpen-Urlaub-Klassiker: eine Hütteneinkehr. Bei Kaiserschmarrn mit Apfelmus genießen die Vier die Aussicht und planen den Nachmittag: „Lasst uns noch zur Partnachklamm fahren“, schlägt Kathrin vor. „Und dann will ich noch mal auf den Spielplatz in der Jugendherberge“, entscheidet Silas.
„Und ich will noch so einen Kaiserschmarrn“, findet Josua, während er sich das letzte Stückchen des süßen Teigs genüsslich in den Mund schiebt. „Gute Idee!“, nickt Nathanael. „Was haltet ihr davon, wenn wir morgen mit der Gondel auf den Berg fahren – und dort noch mal in einer Hütte einkehren? Ich glaube, das könnte ein perfekter Abschluss unseres Bergwochenendes sein.“
Dem schließen wir uns an – und wünschen Familie Koch noch schöne Familienstunden, ehe der Alltag sie wiederhat. Und sicher ist: Das nächste Outdoor-Wochenende kommt bestimmt. Wir freuen uns darauf, euch bald in den Jugendherbergen wiederzusehen!
Zum Abschluss ein paar Tipps
Für alle, die ebenfalls von einem Wochenende in der Zugspitzregion träumen, haben wir noch einmal die besten Ausflugstipps der Region zusammengefasst.