Mehr Produkte in BIO-Qualität auf dem Buffet
Die Jugendherbergen in Bayern haben den Anteil bio-zertifizierter Lebensmittel in ihrer Verpflegung erhöht.
Der Anteil bio-zertifizierter Lebensmittel wurde in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut; besonders beim Thema Ernährung. Immer mehr Produkte in BIO-Qualität – möglichst lokal produziert und eingekauft – finden sich auf dem Frühstücksbuffet, beim Mittag- oder Abendessen.
Angefangen hat diese Umstellung auf Produkte aus biologischer Landwirtschaft schon 2017; sämtliche Nudelsorten, unser Reis, Kaffee und Tee und die Gemüsebrühe, die wir zum Kochen in der Küche verwenden – alles BIO. Ein paar Monate später ging es schon weiter: Eier, Milch, Butter, Quark, Joghurt sowie Müsli und Äpfel gibt’s bei uns seither komplett mit dem BIO-Label. Und als ob das nicht genug wäre – ab 2024 sind auch alle Marmeladen und unsere Hafermilch bio-zertifiziert, regional bezogen und fester Bestandteil unseres Verpflegungskonzepts …
BIO-Verpflegung: 1 Gold-Zertifikat für bayerische Jugendherbergen & 35 Bronze-Zertifikate
Mehr als 90% der Jugendherbergen haben das Bronze-Label für BIO-Verpflegung erreicht – ein wichtiger Schritt beim Ausbau des BIO-Anteils in der Verpflegung! Das Bronze-Label garantiert, dass mindestens 20% der Lebensmittel aus biologischem Anbau stammen, und dokumentiert den erreichten Anteil biologisch erzeugter Lebensmittel.
Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Jugendherberge Oberstdorf, die als erste das Gold-Label erreicht hat. Mit beeindruckenden 100% BIO-Anteil in ihrer Verpflegung erreicht sie als erste Jugendherberge im Verband den maximal erreichbaren BIO-Anteil. Zudem ist die Jugendherberge Oberstdorf Bioland Partner.
Doch dabei soll es nicht bleiben: Die Pläne für das Silber- und Gold-Label stehen schon. Bald könnten die Jugendherbergen in Bayern Gästen fast vollständig bio-zertifizierte Mahlzeiten anbieten.
In unseren Küchen werkeln wir an der Weiterentwicklung unseres Verpflegungskonzepts
Was so einfach klingt, braucht manchmal etwas Geduld und Erfindergeist. Von heute auf morgen alles auf BIO umzustellen, ist nicht so einfach – Stichwort instabile Lieferketten. Aber weil uns das so wichtig ist, testen wir, machen wertvolle Erfahrungen, suchen nach Wegen und finden dann die passende Lösung. Wir untersuchen beispielsweise, was wir beachten müssen, wenn wir unseren Gästen künftig auch Gemüse und Salat in BIO-Qualität anbieten wollen. Gleichzeitig überlegen wir, wie wir mit dem Thema Fleisch und Wurst umgehen. So viel sei verraten: Auch hier wird es bald mehr BIO geben. Weil wir das alles sehr ernst nehmen, werden wir gleichzeitig Fleisch, Wurst und Fisch auf den Buffets und Tellern eine „Nebenrolle“ geben. Heißt: mehr vegetarische und vegane Angebote. So verbinden wir unser Verpflegungskonzept mit einem größeren Angebot vegetarischer und veganer Speisen.
„Wertschätzen statt wegwerfen“, „Rest(e)los glücklich“ oder „To good to go“
Nennt es, wie ihr wollt: Die Aufgabe ist aber klar – wir wollen weniger Speisereste, wollen deutlich weniger Lebensmittel wegwerfen – aus ethischen und natürlich auch aus finanziellen Gründen. Denn Produkte, die sorgfältig angebaut, geerntet, transportiert und zubereitet wurden, sollen unserer Gäste schmecken – und nicht der Mülltonne! Dadurch können Lebensmittel effizienter genutzt und vermeidbare Abfälle reduziert werden.
Warum is(s)t BIO besser?
Die ökologische Landwirtschaft folgt den Anforderungen der EU-BIO-Verordnung: Biologische Futtermittel vom eigenen Hof in der Tiernahrung, geringere Anzahl an Tieren pro Hektar, Anwendung von Antibiotika nur in Notfällen, Verbot von Gentechnik und radioaktiver Bestrahlung, Verbot von chemischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln; stattdessen natürliche Düngemittel wie Kompost oder Mist, vielseitige Fruchtfolgen und Mischkulturen, belebter und fruchtbarer Boden. In Fachpublikationen wird diskutiert, dass humusreiche Böden Kohlenstoff speichern können.
Regional & saisonal
Beim Bezug der Lebensmittel spielen neben der BIO-Zertifizierung auch Regionalität und Saisonalität eine entscheidende Rolle. Produkte in BIO-Qualität aus der unmittelbaren Umgebung der Jugendherbergen in Bayern sind ein wichtiger Bestandteil unseres Einkaufskonzepts. Bei der Auswahl der Produkte werden verschiedene Faktoren wie Verfügbarkeit, Herkunft und Transport berücksichtigt. Zudem verzichten die Jugendherbergen auf saisonal untypische Produkte – beispielsweise frische Sommerfrüchte während der Wintermonate.
BIO-Coachings in den Jugendherbergen
Damit die Teams in den Jugendherbergen ihre Gäste noch mehr verwöhnen können, finden regelmäßig individuelle interne Küchen-Coachings statt.
Der erfahrene Trainer und ehemaliger Küchenchef Erik Gehl vermittelt den Mitarbeiter*innen der Jugendherbergen u.a. die Nachhaltigkeitsstrategie des Landesverbandes Bayern und wie sie in der Küche umgesetzt werden kann. Die Teilnehmer*innen lernen alles rund ums Thema BIO-Qualität: Was bedeutet biologische Landwirtschaft? Dazu serviert der Trainer Informationen und praktische Tipps zu vegetarischen Gerichten. Neben der Vermittlung der Schulungsinhalte ist die Veranstaltung jedoch auch als Team-Event gedacht. Beim gemeinsamen Kochen erhalten die Mitarbeiter*innen tolle Rezepte und hilfreiche Tipps. Die Küchenteams in den Jugendherbergen bekommen in den Schulungen ein Verständnis davon, welche Rolle das Konzept im Verpflegungsangebot der Jugendherbergen spielt.
Das sagen andere ...
Warum Jugendherbergen BIO servieren. Mehr BIO-Essen in Kantinen, Hotels & Co. könnten den Öko-Landbau richtig pushen. Doch viele Betriebe fürchten höhere Kosten. Fünf Jugendherbergen in Bayern haben es trotzdem probiert.















