
»Digitale Lesewege«: Gar nicht rätselhaft
Jugendherberge Lindlar (Bergisches Land)
Diese Begrüßung ist nur für Eingeweihte zu entziffern: Am Eingang befindet sich ein kleines quadratisches Feld mit einer Vielzahl von winzigen weißen und schwarzen Flächen. Jugendliche erkennen den sogenannten QR-Code sofort, aktivieren ihr Mobiltelefon und können damit das Rätselbild lesen: »Herzlich willkommen in der Jugendherberge Lindlar!«
Das Mobiltelefon ist für Jugendliche das bevorzugte Medium, das Handy scheint ihnen unentbehrlich zu sein. Hier setzt das Projekt »Digitale Lesewege« an.
Wie der Code funktioniert
Ein QR-Code ist ähnlich wie ein Barcode, der von Verpackungen bekannt ist. Der QR-Code kann in der Jugendherberge und an zahlreichen markanten Plätzen befestigt werden. Die Jugendliche fotografieren diesen Code mit der Handykamera, die ihn mittels einer Software sofort entschlüsselt. Auf dem Display erscheinen dann Texte, kleine Geschichten oder Links ins Internet.
In Lindlar im Bergischen Land sind besondere Orte und Ziele mit QR-Codes versehen (Minigolfplatz, Schwimmbad, ELAN-Cafe, Jugendzentrum, Freizeitpark, Segelflugplatz, Hochseilgarten, Freilichtmuseum, Talsperren). Werden sie nacheinander aufgesucht, entstehen daraus Themenpfade. Für heutige Jugendliche sind sie genauso interessant und spannend sind wie die herkömmliche Schnitzeljagd vergangener Jahrzehnte.
Über die Verschlüsselung verwandeln sich die Informationen zu Erlebnissen, die zwischen den realen Dingen und der digitalen Welt der Jugendlichen vermitteln.
Lesen vom Display
Durch das Taggen (Jugendsprache: markieren) von QR-Codes wird ein jugendgemäßer Zugang zu Informationen angeboten. Besonders jene Jugendliche, die einer Lektüre ablehnend gegenüber stehen, sind sehr wohl gewillt, Texte vom Display ihres Mobiltelefons zu lesen. Deshalb wird mit diesem Projekt wird die Jugendkultur integriert, die immer mehr zu Kurztexten übergeht und eine schnelle Erfassung von Informationen ermöglicht.
Auf ihren »Digitalen Lesewegen« sammeln die Jugendlichen mit dem eigenen Handy Informationen, Facts, spannende Geschichten und Internetlinks. Sie nehmen die entschlüsselten Informationen intensiver wahr, und lesen, was sie sonst ignoriert hätten. Selbst die Natur und die dörfliche Kultur des Bergischen Landes kann so detaillierter für die Jugendlichen erschlossen werden.
Vom Konsumenten zum aktiven Gestalter
Die Jugendlichen gehen in Kleingruppen auf Entdeckungstour, dabei werden verschiedene Anforderungen an die soziale Kompetenz gestellt.
Denn gemeinsam müssen Strategien zum Lösen von Aufgaben entwickelt werden. Von Konsumenten der Medien werden die Jugendlichen so zu aktiven Gestaltern. Durch die Tauschmöglichkeit von Handy zu Handy besteht ein zusätzlicher Mehrwert.
Denn gemeinsam müssen Strategien zum Lösen von Aufgaben entwickelt werden. Von Konsumenten der Medien werden die Jugendlichen so zu aktiven Gestaltern. Durch die Tauschmöglichkeit von Handy zu Handy besteht ein zusätzlicher Mehrwert.Jeder Schüler hat für sich ein eigenes Protokoll auf seinem Handy abgespeichert, damit ist ein Transfer in den Alltag möglich und zu Hause ein Dokument vorzeigbar.
Die Codes haben eine doppelte Funktion: Sie sind verschlüsselt und für Fremde nicht verstehbar, sie werden damit spannend und geheimnisvoll für alle Eingeweihten.
Alle Gäste der Jugendherberge Lindlar sowohl Familien als auch Schulklassen und Freizeitgruppen – können die »Digitalen Lesewege« beschreiten. Erfahrungsgemäß spricht ein solches Angebot vor allem Jugendliche ab der 7. Klasse an.
Jugendherberge 30
51789 Lindlar
Tel. 02266 5264
E-Mail: lindlar@jugendherberge.de
Programmleiterin: Anja Großert






