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Archäologieparks in Deutschland

Mit dem Fahrrad in die Steinzeit

Steinbearbeitung im Mittelalter

Faustkeil, Höhlenmalerei und Feuerstein: Freilichtmuseen, Archäologieparks und Ausstellungen an ehemaligen Grabungsstätten laden überall im Land zu einer Reise in die Menschheitsgeschichte ein. Interaktive Programme lassen die Steinzeit lebendig werden, führen die Handwerkstechniken der Bronzezeit vor Augen und zeigen, dass der Alltag im frühen Mittelalter alles andere als ein Kinderspiel war.

Wie erlegten Eiszeit-Bewohner vor 50.000 Jahren ein Mammut? Was hat es mit den Grabhügeln der Eisenzeit auf sich und wie haben die Kelten gefeiert? Im Archäologiepark Altmühltal werden diese und viele andere Fragen beantwortet. Zwischen Kelheim und Dietfurt erwartet kleine und große Entdecker eine spannende Zeitreise. Die gut ausgeschilderte Route ist rund 40 Kilometer lang. An 18 Stationen erkunden die Besucher Wohnhöhlen des Neandertalers, bestaunen Gräber der Bronze- und Eisenzeit und können in Nachbauten keltischer Festungsanlagen das Leben vor vielen tausend Jahren hautnah erleben.
An jeder Station finden sich spannende Episoden aus der jeweiligen Zeit zum Anhören. Bei Aktionstagen und Workshops packen die Besucher kräftig mit an, zum Beispiel wenn es um das Färben mit Pflanzen, das Schmieden einer Bronzefibel oder den Bronzeguss am Lehmofen geht. Bei geführten Wanderungen lernen die Teilnehmer die Kräuter unserer Vorfahren kennen, sie steigen hinab in die Klusenhöhle oder erlernen die Kunst des Feuermachens.

Dem Himmel so nah

Einer der bedeutendsten archäologischen Funde ist die Himmelscheibe von Nebra in Sachen-Anhalt. Vor über 3.600 Jahren geschmiedet, ist sie die weltweit älteste konkrete Darstellung des Kosmos. Die bronzene Himmelsscheibe mit Goldauflagen zeigt ein Schiff, Sonne, Mond und 32 Sterne. An ihrem Fundort wurde 2007 mit der Arche Nebra ein neuartiges Besucherzentrum eröffnet, das wissenschaftliche Informationen mit lebendigen Inszenierungen von Archäologie und Astronomie verbindet.
Zum umfangreichen Aktivprogramm der Arche gehören Führungen, Mitmachaktionen und Workshops. Unter dem Titel „Schippen, Scherbe, Schätze“ beispielsweise gehen in diesem Sommer Nachwuchs-Archäologen mit Kelle, Eimer und Dokumentationsmappe auf Übungsgrabung.

Vom Leben in der Bronzezeit

3.000 Jahre zurück in die Bronzezeit reisen auch die Besucher des Archäologischen Zentrums Hitzacker. Ende der 1960er-Jahre wurden bei Erdarbeiten im Uferbereich der Jeetzel die Spuren einer Jahrtausende alten Siedlung gefunden. Und so wurde 1990 Deutschlands erstes Freilichtmuseum der Bronzezeit gegründet. Heute können Interessierte die Rekonstruktion von drei bronzezeitlichen Langhäusern, ein Gruben- und ein Totenhaus sowie ein Flechtwerklabyrinth zur Sternenbeobachtung erkunden. Der Naturlehrpfad, ein Feldbauareal und der Kräuterhort vermitteln einen anschaulichen Eindruck von Umwelt und Pflanzenwelt der damaligen Zeit. Die Teilnehmer interaktiver Programme lernen, wie man Feuer aus einem Stein schlägt, sie mahlen Getreide, brennen Keramiktöpfe und erfahren worauf man achten muss, wenn man mit einem Einbaum auf dem Wasser unterwegs ist.

Handwerkstechniken im frühen Mittelalter

Auf Spurensuche im frühen Mittelalter begeben sich Besucher im Freilichtmuseum Groß-Raden in Mecklenburg. Wenige Kilometer nördlich von Sternberg wurde eine slawische Siedlung aus dem 9. und 10. Jahrhundert rekonstruiert. Bei einer Erkundungstour über die Halbinsel tauchen die Teilnehmer ein in den Lebensalltag der Wenden, wie die slawischen Bewohner Mecklenburgs einst genannt wurden.
Dem Freilichtmuseum gegenüber steht das Museum zur Kultur und Geschichte der nordwestslawischen Stämme vom 7. bis 12. Jahrhundert. Und auch hier gibt es tolle Mitmachangebote: Kleine und große Besucher sammeln Erfahrungen mit mittelalterlichen Handwerkstechniken wie Töpfern oder Filzen.

Spuren der Steinzeit am Federsee

Das Federseemuseum in Bad Buchau ist überdacht und bietet tolle Programme zum Mitmachen an. So gibt es eine spannende Ausstellung mit Originalfunden aus der Region und bei schönem Wetter ermöglicht das Freigelände mit Nachbauten prähistorischer Häuser und Hütten einen Einblick in 3.500 Jahre alte örtlicher Pfahlbaugeschichte. Wie das Leben der Menschen dort tatsächlich ausgesehen hat, können die Besucher im Rahmen der vielfältigen Programme selbst ausprobieren, die das Museumsteam bis Oktober anbietet.

Leben wie die Neanderthaler

Auch das Neanderthalmuseum in Mettmann liefert lebendige Eindrücke vom Dasein unserer Vorfahren beziehungsweise eines ganz bestimmten, des Neanderthalers nämlich. Dieser wurde so nach dem Fundort des ersten Skelettes, dem Neanderthal, benannt. In den Workshops der Steinzeitwerkstatt können die Besucher selbst aktiv werden und mit Materialien wie Knochen, Sehnen oder Leder und den entsprechenden Werkzeugen ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Wann hat man sonst schon einmal die Gelegenheit, mit einer Knochennadel zu nähen oder mit Feuersteinklingen zu schneiden? Auch das Feuermachen oder das Schießen mit Pfeil und Bogen will gelernt sein.

Nachts im Museum

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, nachts durch ein Museum zu geistern? Das Museum für Naturkunde in Berlin bietet ab dem kommenden Herbst wieder mit den Taschenlampenführungen diese Möglichkeit. Familien können dann an den Wochenenden nach offiziellem Ende der Öffnungszeit die dunklen Museumsräume erforschen. Zu den „Schätzen“ des Museums gehört zum Beispiel der sogenannte Berliner Urvogel Archaeopteryx, eines der berühmtesten Fossilien der Welt. Im Schein der mitgebrachten Taschenlampen wird dabei das eine oder andere Ausstellungsstück regelrecht „zum Leben erweckt“.

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Jugendherbergen und Archäologieparks

  • www.archaeologiepark-altmuehltal.de  (JH Ihrlerstein-Kelheim, JH Eichstätt)
  • www.himmelsscheibe-erleben.de (JH Nebra)
  • www.archaeo-zentrum.de (JH Hitzacker)
  • www.gross-raden.de (JH Güstrow)
  • www.federseemuseum.de (JH Biberach)
  • www.neanderthal.de (JH Velbert, JH Ratingen)
  • www.naturkundemuseum-berlin.de (JH Berlin International, Berlin Am Wannsee)